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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
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Page - 127 - in Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung

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127 Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität 4 Landnutzung. Da Technologien eine lange Vorlaufzeit bis zur Marktreife aufweisen und einmal getätigte Investitionen lange wirksam sind, müssen solche Entscheidungen gut durchdacht sein. Unser auf fossilen Energieträgern beruhendes Wirtschaftssystem zeigt die Pfadabhängigkeit, also die Verstärkung von Effekten eines einmal einge- schlagenen Wegs, deutlich. Investitionen in Straßen beschleunigen beispielsweise die Rodung tropischer Regenwälder (Laurance und Arrea 2017). Der Bau großer Bewäs- serungsinfrastruktur (z.B. Staudämme) entscheidet über die Möglichkeit und Kosten der Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen. Auch unter dem Gesichtspunkt der Anpassung an den Klimawandel ist die Verfügbarkeit zukünftiger Technologien ent- scheidend, z.B. angepasste Sorten bei Ackerkulturen, deren Züchtung Jahre in An- spruch nehmen kann (vgl. Abschnitt 4.3.3.2). 4.3.5 Zusammenfassung und Ausblick Landnutzung steht in vielfachen Wechselbeziehungen zu anderen Phänomenen des globalen Wandels. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versuchen, über die Definition von globalen Grenzen für Teilaspekte des Systems Erde (Planetary Boundaries) jenen Bereich festzulegen, innerhalb dessen dauerhaftes menschliches Leben auf der Erde möglich ist (Steffen et al. 2015; siehe auch Beitrag 4.1). Teilaspekte davon – nur die für die Thematik Landnutzung wichtigsten konnten in diesem Beitrag diskutiert werden – beinhalten den Klimawandel, die Einführung neuer Arten in fremde Öko- systeme (Neobiota), die Zerstörung des Ozonlochs, den atmosphärischen Gehalt an Aerosolen, die Versauerung der Ozeane, die biochemischen Zyklen für P und N, den Verbrauch an Frischwasser, die Landbedeckung und die Integrität der Biosphäre. Aus den Ausführungen dieses Beitrags wird deutlich, dass die Landnutzung in nahezu alle Teilaspekte hineinwirkt. Die lokalen bis globalen Ausprägungen der Landnutzung entscheiden über den Zustand und die zukünftige Entwicklung des Systems Erde. Dem Konsumverhalten der Menschen kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts könnte die Weltbevölkerung von derzeit rund 7 Mrd. auf über 9 Mrd. Menschen wachsen. Aufgrund des steigenden Wohlstands wird ein Mehrbedarf an Nahrungsmitteln von bis zu 100% erwartet (Tilman et al. 2011). Da bereits heute planetare Grenzen überschritten werden und sich die globalen Produktions- bedingungen durch den Klimawandel eher verschlechtern dürften, erscheinen nachhal- tigere Formen der Landnutzung in Verbindung mit einem veränderten Konsumver- halten unausweichlich. Das betrifft insbesondere den Verbrauch an Flächen für Sied- lungen, Infrastruktur und wirtschaftliche Aktivitäten, den Abbau nichterneuerbarer Ressourcen und die Nachfrage nach land- und forstwirtschaftlichen Gütern, darunter tierische Produkte mit ihrem charakteristisch hohen Ressourcenbedarf.
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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Title
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Authors
Erwin Schmid
Tobias Pröll
Publisher
Springer Spektrum
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC 4.0
ISBN
978-3-662-60435-9
Size
17.3 x 24.6 cm
Pages
288
Keywords
Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
Categories
Naturwissenschaften Umwelt und Klima
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