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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
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151 Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität 4 Mobilität vermieden und der Raumwärmebedarf durch die günstigeren Oberflächen- Volumen-Verhältnisse maßvoll verdichteter Gebäude (z.B. Reihenhäuser oder Mehr- familienhäuser) verringert werden. Energieeffiziente Raum- und Siedlungsstrukturen sind besser mit leitungsgebundenen Energiesystemen versorgbar, was unmittelbar zur räumlichen Dimension der Energieversorgung überleitet. Diese Eigenschaft ist für die Energiewende vorteilhaft, weil damit die sogenannte Sektorkopplung, d.h. die Verschal- tung verschiedener Energiesubsysteme und Infrastruktursysteme, unterstützt werden kann (BMNT und BMVIT 2018). Dies dient der Integration volatiler erneuerbarer Energie (z.B. Strom aus Wind und Photovoltaik) in das Energiesystem und erhöht dessen Effi- zienz, weil die Nutzung von Energie über längere Zeiträume optimiert werden kann. Die Raumplanung leistet mit der Entwicklung energieeffizienter Raum- und Siedlungs- strukturen einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende (siehe Fallbeispiel 4.5.1). Für eine Energiewende bedarf es zusätzlicher Anlagen für die Gewinnung, Speicherung und Verteilung von erneuerbarer Energie, deren Standorte gesichert werden müssen (z.B. Freihaltung von Korridoren für Hochspannungsnetze, Ausweisung von Flächen Fallbeispiel 4.5.1: Energieraumplanung in der Steiermark (Abart-Heriszt und Stöglehner 2019) Das Steiermärkische Raumordnungsgesetz ermöglicht es, im Zuge des Örtlichen Entwicklungskonzepts ein sogenanntes „Sachbereichskonzept Energie“ zu erstellen. Datenbasis und Planungsmethodik dafür wurden im Rahmen der Forschungstätigkeiten des Instituts für Raumplanung, Umweltplanung und Bodenordnung (IRUB, BOKU) aufbereitet. Es umfasst eine steiermarkweite Datenbasis im 250m-Raster auf Gemeindeebene (1) mit Aussagen zum Energieverbrauch und zu den Treibhaus- gasemissionen für Wohnen, Land- und Forstwirtschaft, Industrie und Gewerbe, Dienstleistungen und Mobilität, (2) mit einer Differenzierung nach Verwendungszwecken (Raumwärme, Warmwasser, Prozessenergie, Wirtschaftsverkehr und Mobilität), (3) unter Berücksichtigung verschiedener Energie- träger, (4) einschließlich der Darstellung von Einspar- und Substitutionspotenzialen von fossiler durch erneuerbare Energie sowie (5) die Abgrenzung von Standorträumen für die Fernwärmeversorgung und für klimafreundliche Mobilität. Die Daten stehen allen Gemeinden der Steiermark (u.a. im Digitalen Atlas Steiermark, siehe Land Steiermark 2019) zur Verfügung. Wie die Daten in der örtlichen Raumplanung eingesetzt werden können, wurde in einem Leitfaden für das Sachbereichskonzept Energie und dessen Berücksichtigung im Örtlichen Entwicklungskonzept aufbereitet (Abart-Heriszt und Stöglehner 2019). Darüber hinaus wurden Ortsplanerinnen und Orts- planer sowie Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter geschult. Mithilfe weniger Veranstal- tungen konnten alle in der Steiermark tätigen Raumplanungsbüros erreicht werden. Die Möglichkeiten und Handlungsnotwendigkeiten, die sich aus den Energie- und Treibhausgasbilanzen ergeben, sollen von den Gemeinden in Ziele und Maßnahmen der örtlichen Raumplanung übergeführt werden. Die Standorträume geben Hinweise darauf, wo die räumliche Entwicklung in Zukunft vorangetrieben werden soll. Sie sind mit weiteren Belangen der örtlichen Raumplanung abzustimmen. Die Ergeb- nisse dieser planerischen Abwägungen sollen in das Örtliche Entwicklungskonzept aufgenommen werden. Zur Unterstützung der Umsetzung wurde vom Land Steiermark ein Förderprogramm für Gemeinden aufgelegt, die Sachbereichskonzepte Energie gemäß IRUB-Leitfaden erstellen und rechts- verbindlich in das Örtliche Entwicklungskonzept integrieren.
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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Title
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Authors
Erwin Schmid
Tobias Pröll
Publisher
Springer Spektrum
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY-NC 4.0
ISBN
978-3-662-60435-9
Size
17.3 x 24.6 cm
Pages
288
Keywords
Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
Categories
Naturwissenschaften Umwelt und Klima
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