Page - 128 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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128 G. Beck V. Mannagetta.
zur Ausarbeitung- eines neuen FlorenWerkes geschaffen, und obwohl A. Neil-
reich hiezu eine weitaus bessere, d. h. kritischer und gewissenhafter durch-
gearbeitete Zusammenstellung der weiteren Leistungen österreichischer Floristik
bis zum Jahre 1861 als „Nachträge zu Malys Enumeratio . . ." (Wien 1861)
durch die ZBG. edieren Hess, unterblieb doch trotz manchen gut gemeinten
Anlaufes mehrerer Forscher eine Zusammenstellung aller weiteren aufGesammt-
Österreich Bezug nehmenden floristischen Daten, und zwar hauptsächlich
deswegen, weil sich nun die Hauptthätigkeit österreichischer Floristen sehr
bald der Erforschung der Flora der verschiedenen Provinzen und einzelnen
Länder zuwandte.
Die Gesammtverbreitung der Gefässpflanzen über Oesterreich kann daher
jetzt— wenn man nicht die zahlreichen, genauere Angaben liefernden Laudes-
floren durchblättern will — nur aus * C. F. Nymans „Conspectus florne
Europaeae'' (Oerebro 1878) und dessen zwei Supplementen (1883/84 und
1889/90) sowie aus C. Richters „Plantae Europaeae" (Leipzig 1890), fort-
gesetzt durch M. Gurke (1897 ff.), entnommen werden.
Der Versuch, Kochs Synopsis in dritter Auflage herauszugeben (Leipzig
1892—1897), erlitt in den Händen *E. Halliers bald Schiffbruch, und * R.
Wohlfarths Bemühungen, daraus mit Unterstützung heimischer Forscher
wie V. V. Borbas (Viola, Folygala, Sileneae), (*) M. Willkomm (Cistineae)
und mehrerer anderer Ausländer etwas Besseres zu schaffen, kamen ins Stocken.
Auch H. Karstens „Deutsche Flora" (Berlin 1880—1883 und in 2. Auf-
lage Gera 1895) konnte allein schon wegen der Anordnung des Stoffes den
Floristen nicht genügen. Dafür aber begann im Jahre 1896 das Erscheinen
eines auch für die österreichische Flora ausserordentlich bedeutungsvollen
Floreuwerkes, nämlich der „Synopsis der mitteleuropäischen Flora" von *P.
Ascherson und *P. Graebner (Leipzig 1896—1900 ff.), das jetzt nach dem
Verlaufe eines halben Säculums in erster Linie wieder berufen erscheint,
Kochs classische Synopsis zu ersetzen.
Das Bedürfnis der weiteren Kreise und der Schulen nach compendiösen,
zur raschen Bestimmung der Pflanzen geeigneten Büchern über die Flora
unserer Länder kam wohl durch G. und F. Lorinser in einem nach analyti-
scher Methode bearbeiteten „Excursionsbuche für die deutsch-österreichischen
Länder" (Wien 1854) zum erstenmale zur Befriedigung. Das Buch fand
namentlich in den Mittelschulen Oesterreichs vielfachen Eingang und erlebte
bis zum Jahre 1883 die fünfte Auflage. Diesem Werke folgte in ähnlicher
Abfassung: (*)Willkomm M., „Führer ins Reich deutscher Pflanzen" (Leipzig
1863), 2. Aufl. (1882); Maly C, „Analytische Flora von Deutschland" (Wien
1860); *Wohlfarth K., „Die Pflanzen des deutschen Reiches, Deutsch-
Oesterreichs" (Berlin 1881) und auf Lorinsers Excursionsbuch sich stützend,
Fritsch K., „Excursionsflora für Oesterreich mit Ausschluss von Galizien,
Bukowina und Dalmatien" (Wien 1897).
Für das Bestimmen der Alpenpflanzen verfasste K. W. v. Dalla Torre
eine vom Deutsch-österreichischen Alpenvereine herausgegebene „Anleitung
zur Beobachtung und zum Bestimmen der Alpenpflanzen" (Wien 1882) und
eine viel wertvollere „Alpenflora" (München 1899), beide unter Hinweis auf
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Title
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Subtitle
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Author
- Alfred Hölder
- Editor
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Location
- Wien
- Date
- 1901
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 14.3 x 24.0 cm
- Pages
- 716
- Categories
- Naturwissenschaften Biologie