Page - 152 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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152 G. Beck V. Mannagetta.
Der dalmatinische Botaniker J. Pancic schuf die grundlegenden Floren-
werke über Serbien: Serbiens Phanerogamen (ZBG. 1856); Flora der Ser-
pentinberge (ZBG. 1859); Flora agri Belgrad. (1865) und das Hauptwerk
über die Flora Serbiens „Flora princ. Serbiae" (Belgrad 1872) und „Addita-
menta" (1884), serbisch. Weitere Beiträge lieferten: E. Formdnek (DBM.
1890/91, NVB. 1892—1898, ABZ. 1899) und L. Adamovic (1892 ff.), der
auch der Pflanzengeographie Serbiens seine Thätigkeit zuwendete (Englers
Jahrb. 1898, 1899), sowie K. Fritsch in seinen Beiträgen zur Flora der
Balkanhalbinsel (ZBG. 1894—1900).
Ebenso verdankt Bulgarien einem Oesterreicher sein erstes gründliches
Florenwerk, nämlich J. Velenovskys Flora bulgarica (Prag 1891) mit Supple-
mentum I (1898), welchem Werke zahlreiche Beiträge zur Flora von Bulgarien
(Böhm. Ges. der Wiss. 1886—1899) zugrunde liegen. Auch E. Formänek
lieferte Beiträge zur Flora von Bulgarien (NVB. 1892, 1898), sowie zu jener
von Macedonien, Thessalien und den griechischen Gebieten (DBM. 1890/91,
NVB. 1891—1898).
Der ungarische Botaniker A. v. Degen beschäftigte sich mit der Flora
von Samothrake (OeBZ. 1891) und lieferte mehrere floristische Beiträge zur
Flora der Balkanhalbinsel (OeBZ. 1891 fi".).
Auch noch andere Gebiete wurden von österreichischen Forschern flori-
stisch erforscht. F. Unger und Th. Kotschy beschrieben die Vegetation
Cyperns (Wien 1865), G. Strobl veröffentlichte wertvolle Studien über die
Flora und Vegetation des Etna (OeBZ. 1880—1887, Wiss. Stud. des Benedic-
tinerordens 1880) und der Nebroden (Flora 1878), B. Solla über die Inseln
Lampedusa und Linosa (ZBG. 1884). Huter, Porta und Rigo vermehrten
durch reiche Aufsammlungen die botanischen Kenntnisse über Süditalien.
Wohl das grösste Verdienst um die botanischen und pflanzengeographi-
sche Erforschung ^qvpyrcnäisclien Halbinsel hixi sich (*)M. Willkomm durch
seine zahlreichen, mustergiltigen Werke über die Pflanzenwelt Spaniens und
Portugals erworben. Wir führen an: Vegetationsskizzen aus Spanien (BZ. 1851)
Strand- und Steppengebiete der iberischen Halbinsel (Leipzig 1852); Icones
plant. Europ. austro-occid. (Leipzig 1852—1856); Prodromus fl. Hispaniae
(Stuttgart 1861—1880, Supplem. 1893), mit *J. Lange herausgegeben;
Spanien und die Balearen (Berlin 1876); Illustrationes fl. Hispaniae (Stuttgart
1881—1892); Index plant, ins. Balear. (Linnaea 1876); Atlantische Flora
(Lotos 1884); Grundzüge der Pflanzenverbreitung auf der iberischen Halb-
insel (Leipzig 1896).
Auch E. Hackel, J. Freyn, F. v. Höhnel (Moose, SWA. 1895) haben
sich um die floristische Erforschung der iberischen Halbinsel sehr verdient
gemacht.
Auch der aussereuropäischen Pflanzenwelt haben österreichische Forscher
ihr Augenmerk zugewendet, und mehrere wichtige Florenwerke legen über
derartige Studien Zeugnis ab.
Vor allem muss der botanischen Ergebnisse der 1857—1859 erfolgten
Weltumseglung der k. k. Fregatte „Novara" gedacht werden. Von der reichen
Ausbeute sind leider bloss die Sporenpflanzen, und zwar die Algen durch
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Title
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Subtitle
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Author
- Alfred Hölder
- Editor
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Location
- Wien
- Date
- 1901
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 14.3 x 24.0 cm
- Pages
- 716
- Categories
- Naturwissenschaften Biologie