Page - 170 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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170 A. Znlilhnickiier.
Wechsel einheimischer Gymnosporangien, einige autoecische und heteroecische
Uredineen, und schildert das Eindringen der Sporidienkeimschläuche der
Fuccinia Malvacearum in die Epidermiszellen der AWica rosea; im Vereine
mit B. Haas macht er auch Mittheilungen über Phallus impudicus und einige
Coprimis-Arten. Alle diese Arbeiten erschienen von 1878—1883. In populärer
Darstellungsweise behandelte Rdthay mehrfach mykologische Themen; es
sei in dieser Schrift seine Studie über den „Black-Rot", Aufsätze in der
„Weinlaube", „Allgem. Weinzeitung", „Wiener Landwirt. Zeitung", u. a.
genannt.
Hugo Zukal, in Troppau geboren am 18. August 1845, trat nach Ab-
solvierung seiner Gymnasialstudien in die k. u. k. Armee ein und diente als
Officier bis 1870, dann wendete er sich wieder dem Studium der Natur-
wissenschaften zu, besuchte in Wien und Graz die Universität und wirkte
nach Vollendung derselben in der k. k. Lehrerinnenbildungsanstalt in Wien.
Seine zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten, insbesondere seine mykologi-
schen Studien bewirkten, dass er im Jahre 1898 zum Professor für Phyto-
pathologie an der Hochschule für Bodencultur in Wien ernannt wurde. Nach
kurzem Wirken daselbst ereilte ihn der Tod am 14. Februar 1900.
Zukal, dessen Verdienste auf den übrigen Gebieten der Kryptogamen-
kunde an anderen Stellen dieser Schrift ihre Würdigung finden, bereicherte
die Mykologie mit schönen Arbeiten, deren jede einen Fortschritt dieser Dis-
ciplin bedeutet. Biologie, Morphologie und Entwicklungsgeschichte sind jene
Punkte, die Zukal bei seinen Pilzstudien vornehmlich ins Auge fasste; er
arbeitete stets an der Hand von Culturversuchen, in denen er sehr glücklich
war, und welche ihm auch das Material für die Neubeschreibung einer Anzahl
interessanter Pilze boten. Zukal leitete sein mykologisches Sehriftsteller-
thum durch eine kleine Studie biologischen Inhaltes, welche in der OeBZ.
erschien, ein; die Hauptmasse seiner Pilzarbeiten wurde in den Achtziger-
jahren der Oeffentlichkeit übergeben. Neubeschreibungen publicierte er in
den Bänden XXXV, XXXVII, XXXVIII und XL der ZBG., im Jahrgange
1893 der OeBZ. und 1889 in der BZ.; die beschriebenen Formen sind zumeist
Microfiingi aus der Gruppe der Myxomyceten, Mucorineen, Ascomyceten und
Imperfecten ; einige derselben sind geeignet, das Interesse der Mykologen be-
sonders in Anspruch zu nehmen, so die Gattung Hymenoconidium, der Reprä-
sentant einer neuen Pilzfamilie, die interessante Mucorinee TJiamnidimn mu-
coroides, die neue Gattung Cleistotheca der Perisporiaceen, die Schleimpilz-
gattung Hymenobolus, die Hypocreacee Lecythium sowie Cyanocephalium aus der
Gruppe der Pyrenomyceten u. a. Die Neubeschreibungen beschränken sich
nie auf nackte Diagnosen; stets wurden eine Reihe von morphologischen, ent-
wicklungsgeschichtlichen und auch biologischen Beobachtungen hinzugefügt
und durch klare, correcte Zeichnungen die neue Form dem Leser vor-
gestellt. Biologischen Inhaltes sind Zukals Studien über die Pilzbulbillen
(1886), die Schilderung eines Falles von plötzlichem Parasitismus bei einem
Saprophyten (1893) und der Erscheinung der Oeratification (Verhornung) bei
Myxomyceten (Biologisches Centralblatt 1898). Entwicklungsgeschichtliche
Resultate, aus seinen Culturversuchen hervorgegangen, werden in den SWA.
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Title
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Subtitle
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Author
- Alfred Hölder
- Editor
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Location
- Wien
- Date
- 1901
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 14.3 x 24.0 cm
- Pages
- 716
- Categories
- Naturwissenschaften Biologie