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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Page - 178 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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1^78 ^- ZahlbnK'kuer. Massalongo nicht, durch Wort und Bild seine Richtung- zu verfechten; er wollte auch durch Uebermittlung seiner Typen an grössere botanische In- stitute und an Fachleute seinen Anschauungen grössere Verbreitung und die Möglichkeit einer Ueberprüfung sichern. Zu diesem Zwecke schritt er an die Herausgabe eines gross angelegten Flechtenexsiccatenwerkes, der „Lichenes Italici exsiccati"; die in den zehn Fascikeln dieser Exsiccaten herausgegebenen Flechten werden ausserdem noch eingehender in einem dazugehörigen Texte: „Schedulae criticae in Lichenes exsiccatos Italiae" (Verona 1855, 4«) erörtert. Bemerkenswert ist in diesem Textbuche auch der Entwurf von fünf neuen Eintheilungsmethoden sämmtlicher Eichenen Europas. Massalongos licheno- logische Arbeiten beschränken sich nicht nur auf europäische Formen, er zog auch vielfach Exoten in den Bereich seiner Erörterungen. In zwei Abhand- lungen beschäftigt er sich ausschliesslich mit solchen; in der einen Arbeit, welche im X. Bande der Schriften unserer Gesellschaft erschien, behandelt er brasilianische Graphideen und in der zweiten, welche erst 1861 nach seinem Tode herausgegeben wurde, bearbeitete er die von v. Wawra am Cap der guten Hoffnung aufgesammelten Eichenen. Trotz seiner kurzen Thätigkeit gehört Massalongo zu den hervorragendsten Flechtenforschern. Der beredte und warme Nachruf, den Prof. R. de Visiani seinem einstigen Schüler wid- mete, und welchen A. v. Krempelhuber ins Deutsche übersetzte und in den ZBG. weiteren Kreisen zugänglich machte, schildert eingehend das wissen- schaftliche Wirken Massalongos, der auch auf dem Gebiete der Phytopalä ontologie Glänzendes leistete, und gedenkt seiner unendlichen Liebe zu den Naturwissenschaften und seines Strebens, immer die Wahrheit zu erforschen und sie stets zu bekennen. Das Koerber-Massalougo'sche System und seine Nomenclatur ver- drängte mit dem Erscheinen der beiden Koerber'schen grundlegenden Werke die älteren Systeme, wurde von den österreichischen Lichenologen als aus- schliessliche Grundlage ihrer Publicationen angenommen und beherrschte die- selben bis in die Achtzigerjahre. Allmählich fanden auch die von Nylander in die Lichenologie zur näheren Präcisierung der Arten eingeführten chemischen Reactionen und die von ihm zur Artbegrenzung herbeigezogene Ausbildungs- weise der Pycnoconidien (Spermatien) Berücksichtigung, doch schloss sich im Systeme und in der Nomenclatur keiner der österreichischen Flechtenforscher Nylander enge an. Auch das von Th. M. Fries ausgebaute gonidiologische System finden wir in einigen wenigen lichenologisehen Publicationen an- gewendet. Die lichenologische Erforschung unserer Monarchie wurde zunächst wenig planmässig betrieben; die damaligen noch primitiven Verkehrsverhältnisse und auch andere Ursachen traten einer methodischen Arbeit hindernd entgegen. Immerhin waren die Resultate der in den ersten Decennien der zu schildern- den Periode veröffentlichten Arbeiten recht schätzenswerte und vielfach ge- eignet, späteren Forschungen eine sichere Basis zu bieten. Später, als viele der Hindernisse wegfielen, wurde systematischer gearbeitet, und mit Schluss des Jahrhunderts können wir mit Stolz auf einige Kronländer hinweisen, die zu den lichenologisch bestdurchforschten Gebieten gehören.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Title
Botanik und Zoologie in Österreich
Subtitle
In den Jahren 1850 bis 1900
Author
Alfred Hölder
Editor
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Location
Wien
Date
1901
Language
German
License
PD
Size
14.3 x 24.0 cm
Pages
716
Categories
Naturwissenschaften Biologie
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