Page - 183 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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behandeln in deutselier Sprache die Kryoblasten der Eperjeser Flor;» und
wurden später von ihm aucli ins Ungarische (1862) übertragen; ferner ver-
üll'entlieht er in den Verhandlungen unserer Gesellscliaft eine Aufzählung der
bisher in den Karpatheu beobacliteten Flechten, ergänzt durch kritische Be-
merkungen und beschreibende Notizen; dann eine Skizze der Flechtenflora
der Alpe Pietroz in der Marmaros; ferner berichtet er im Jahre 1865 über das
Auftreten der sibirischen Farmelia rij^salea (Ach.) in den Sandsteppen Ungarns,
ein, wenn es sich bestätigen würde, was allerdings noch nicht festgestellt ist,
pflanzengeographisch hochinteressanter Fund. Hazslinszky schloss sich voll-
ständig der Koerber'schen Richtung an und blieb dieser auch in seiner
dcscriptiven Flechtenflora Ungarns, die im Jahre 1874 erschien, treu. Üie
Flechten des Arpaser Thaies in Siebenbürgen behandelte Ludwig v. Heufler,
der dieses Gebiet gelegentlich einer Dienstreise zu erforschen Gelegenheit
hatte, in jenem Werke, ^) in welchem der Versuch angestellt wurde, die
Pflanzen mittels Naturselbstabdruckes naturgetreu abzubilden, ein Versuch, der,
insoferne er sich auf das Habitusbild höher entwickelter Flechten bezieht, wohl
gelungen ist, sich jedoch zur Illustrierung von Lichenen mit krustigem Lager
als unverwendbar erwies. Standortsangaben über siebenbürgische Flechten
theilte auch M. Fuss (1865) mit. lieber die Flechten des Pressburger Comi-
tates, die zum Theile schon von Endlicher und Lumnitzer bekannt gemacht
wurden, brachte J. Bolla weitere Mittheilungen. Eine neue ungarische Flechte
— Biatorina huiigarica Btzl.-Strn.— beschreibt A. Kerner (1864) in derOeBZ.
Die ersten im modernen Sinne gehaltenen Nachrichten über die Flechten-
flora Galisiens brachte Jablonski (1868) in einem Schriftchen, welches die
von H. Lojka gesammelten Eichenen aufzählt; diesem folgte eine grössere
Arbeit von Rehmann (1879), enthaltend eine systematische Uebersicht der
Flechten von Westgalizieu. Eingehender befasste sich mit der floristischen
Erforschung Galiziens der k. k. Schulinspector Prof. L. Boberski; er veröffent-
lichte seinen ersten Beitrag im „Kosmos" (1883), Hess demselben zwei weitere
Mittheilungen folgen und edierte im Jahre 1886 2) eine systematische Ueber-
sicht der Flechten Galiziens, in Avelcher auch die östlichen Theile des Landes,
von Boberski selbst erforscht, eingehende Berücksichtigung fanden. Die
galizischen Autoren schlössen sich ausnahmslos der Koerber'schen Rich-
tung an.
Die ersten unserer Periode angehörigen Listen böhmischer Flechten
rühren von P. M. Opiz her, der sowohl in seinem Hauptwerke „Seznam rostlin
ceske" (1852), wie auch später in der Zeitschrift „Lotos" eine stattliche Reihe
von Lichenen aufzählte und neben bekannten auch mehrfach neue, bis heute
noch nicht klargelegte Arten beschreibt. Opiz legte seinen lichenologischen
Arbeiten noch die Rabenhorst'schc „Kryptogamenflora" zugrunde; alle spii-
teren Verfasser nach ihm nahmen bereits Koerbers System und Nomenclatur
an. Es betheiligten sich an der Erforschung der Flechtenflora Böhmens
F. Veselsky (1858) mit einer Aufzählung der Lichenen Böhmens, 0. Stika
1) L. V. Heufler, Specimen florae cryptogamai! vallis Arpach (Vindohoiiae 1853, Folio).
-I L. Boberski, Systematische Uebersicht der Flechten Galiziens. Zusannnengesteilt auf
Grundlaj,M; eigener und fremder Forsehuujr (ZBG., Bd. XW'I, 1886, S. -243—-280 1.
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Title
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Subtitle
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Author
- Alfred Hölder
- Editor
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Location
- Wien
- Date
- 1901
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 14.3 x 24.0 cm
- Pages
- 716
- Categories
- Naturwissenschaften Biologie