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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Page - 215 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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Morpholofjie, Entwicklungsgeschichte und Systematik der I'hanerogamen. 215 fossilium (1852), Sylloge plantarum fossilium (1860—1866), Geologie der curo- l)äischeii Waldbüiime (1869/70). Den paläontoloiiisclien Arbeiten Ungers kam insbesondere in zwei- facher Hinsicht besondere liedeutung zu. Er war einer der ersten, der den anatomisclien Bau fossiler Reste zu deren Identiticiorung- mit heranzog-, er arbeitete zielbewusst auf die Verwertung paläontologischer Ergebnisse für die Systematik hin. Wie hoch Unger in dieser Hinsicht die Bedeutung der Phytopaläontologie veranschlagte, geht aus seinen eigenen Worten hervor, die er an seinen Freund Endlicher schrieb:^) „Es kann nicht unberück- sichtigt bleiben, wie die Autfassung des Pflanzenreiches im Verhältnis zu seiner räumlichen Ausdehnung über den Erdball und der zeitlichen Auf- einanderfolge in grösseren Perioden erst in der neuesten Zeit . . . zu einem zündenden Funken geworden ist, welcher dereinst nicht nur die dunkelsten Geheimnisse des Pflanzcnlebens zu erhellen, sondern zugleich für die Entwicklungsgeschichte des Erdkörpers ein ntjthwendiges Integrale zu werden verspricht." Neben und nachUnger waren es insbesondere zwei Männer, welche im be- sprochenenZeiträume ineinerumfassendenThätigkeitdasGebietderPhytopaläon- tologie in Oesterreich pflegten, K. Freih. v. Ettingshausen und Dionys Stur. Ettingshausen (geb. am 16. Juni 1826 zu AVien, gest. 1. Februar 1897 zu Graz) wärkte zuerst an der geologischen Reichsanstalt in Wien, dann als Professor der Botanik am Josefinum in Wien, schliesslich seit 1871 in gleicher Stellung an der Universität in Graz.-^) Neben Unger, Heer und Saporta war er einer der verdienstvollsten Erforscher der europäischen Tertiärflora; er bearbeitete insbesondere die reichen Pfianzenreste einer Reihe berühmter österreichischer Fundstellen, so von Radoboj, Sotzka, Bilin, Sagor, Parschlug. Er förderte die Phytopaläontologie durch Ausbildung der Arbeitsmethoden, so der Anwendung des Frostes als Sprengmittel, und vor allem durch Vertie- fung des Studiums des Gefässbiindelverlaufes in den Blättern. Dieses letzter- wähnte Studium veranlasste ihn zur Herausgabe einer Reihe grosser Werke, welche auch für die Morphologie der Pflanzen von Wert sind, und in denen insbesondere die Methode des „Naturselbstdruckes" zur Anwendung und zu- gleich zu hoher Ausbildung gelangte [„Blattskelete der Apetalen" (1858), „Blattskelete der Dicotylen" (1861), „Die Farnkräuter der Jetztwelt (1865)]. Zu einem derartigen Unternehmen verband er sieh mit dem als Kenner der Kryptogamen und Schulmann bestens bekanntenWiener Professor A.Pokorny (geb. 23. Mai 1826 zu Iglau in Mähren, gest. 29. December 1886 zu Inusbruck),^) mit dem er die gross angelegte „Physiotypia plantarum austriacarum" (1855) herausgab, und der dann allein ein ähnliches Werk, die „Plantae lignosae imperii austriaci* (1864) veröffentlichte. Ettingshausen versuchte auch in einer ganzen Reihe eingehender Arbeiten phytopaläontologische Thatsachen für die Erkenntnis der Entwicklung 1) Haberlandt, Briefwechsel zwischen Unger und Endlicher, S. 146 (lOOOX 2) Vgl. F. Krasser in OeBZ. 1.S97, S. -273, daselbst ein Schrittenverzeichnis. — llocrncs in ZBG. XLVII, 0.55.— Ilann im Almanach der Wiener Akad. 1897. ») Vgl. OeBZ. XIII, 8. 209. — A. Bnrgerstein in OeBZ. 18«7, S. 77.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Title
Botanik und Zoologie in Österreich
Subtitle
In den Jahren 1850 bis 1900
Author
Alfred Hölder
Editor
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Location
Wien
Date
1901
Language
German
License
PD
Size
14.3 x 24.0 cm
Pages
716
Categories
Naturwissenschaften Biologie
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