Page - 227 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Entwicklung der Anatomie und I'li\ .siologie der Pflauzen. 227
Hoehiiel den „etagenförmii;,eu Aufbau des Holzkörpers" bei vielen exotischen
HiUzern, insbesondere von Caesalpinieen undZygophyllecn(DBG. 1884), Kathay
den anatoniisclien Bau des Stamm und Wurzclholzes der Rebe, insbesondere
in Hinsicht auf die Kernholzbildung- (1896), Molisch den Bau des Holzes der
Ebenaceen, Sapotaceen undAnonaceen (SWA. 1879), Cieslar die anatomischen
Unterschiede im Bau des Roth- und Weissholzes der Fichte. — Wiesner
(SWA. 1872) und Schneider (DWA. 1886) haben jene Treibhölzer deter-
miniert, die von den Führern der österreichischen Nordpolexpedition, K. Wey-
])recht und J. Payer, beziehungsweise vom Corvettenarzte Fischer von der
österreichischen Beobachtiingsstation auf Jan Mayen mitgebracht wurden.—
Burgerstein hat sich eingehend mit der Xylotomie des Fichten- und Lärchen-
holzes beschäftigt und analytische Tabellen zusammengestellt, die es ei-mög-
lichen. Schaft-, Ast- und Wurzelholz der beiden Coniferen mikrometrisch zu
unterscheiden (DWA. 1893). Auf Grund derselben führte Burgerstein den
Nachweis, dass der „Stock im Eisen'" in Wien, den Unger als eine Conifcre
erkannte und für eine Lärche hielt (SWA. 1857), dem unteren Stammtheil
einer Fichte angehin-t. — Auf Grundlage eines reichhaltigen Materiales hat
ferner Burgerstein (SWA. 1895, 1896, 1898) den Holzbau der Amygdaleen
und Pomaceen vergleichend untersucht und bezüglich der Pomaceen gefunden,
dass die Ergebnisse der Xylotomie auch für die systematische Abgrenzung
der Familien verwertbar seien. Beiträge zur Kenntnis der Holzanatomie
lieferten ferner insbesonders: Th. Hanausek, Hempel, v. Hoehnel, Geh-
macher, Krenila, Möller, Pfurtscheller, Riegler, Veiten, Vogl, v. Wett-
stein, Wiesner, Wilhelm. — Raiman fand bei verschiedenen dicotylen
Holzgewächsen Elemente der innersten Xylemzone, die entweder gar nicht, oder
später als alle übrigen gleichalterigen Holzelemente verholzen, und die er als
„intraxyläres Cambiform" bezeichnet (SWA. 1889). — In der viel um-
strittenenThyllenfrage hat Molisch Klarheit gebracht (SWA. 1888). Seine
exacten Untersuchungen beziehen sich auf den Bau, die Entwicklung, Ver-
breitung und Function der Thyllen.
Mit dem Studium des Baues der Rinden haben sich namentHch Möller
und V. Vogl beschäftigt. Ersterer gibt in seiner „Anatomie der Baumrinden"
(Berlin 1882) die Beschreibung von mehr als 400 Rindenarten, und A. Vogl
untersuchte zahlreiche Rinden, meist brasilianischer Provenienz, ferner „Die
Chinarinden des Wiener Handels-' (1867). In dem von C. Wilhelm und W.
Hempel herausgegebenen Werke: „Bäume und Sträucher des Waldes" wird
die Structur der Stammborke unserer Holzgewächse zum erstenmal in Wort
und Bild ausführlich dargestellt.
Ueber Bau und Vertheilung des Gefässbündelsystems besitzen wir
Arbeiten von Reichardt (SWA. 1856, DA. 1859), G. Haberlandt (SWA.
1881), Heinricher (DBG. 1883), Nestler (L.-Car.-A. 1892), Maly (SWA.
1896).
AViesner gab (SA. 1870) eine genaue morphologische und histochemische
Charakteristik einer grösseren Zahl von Bastfasern indischer Pflanzen, die
von der k. u. k. österreichischen Expedition in Ostasien gesammelt wurden.
Mehrere Abhandlungen über Fasern veröffenthchte v. Hoehnel, darunter die
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Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Title
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Subtitle
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Author
- Alfred Hölder
- Editor
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Location
- Wien
- Date
- 1901
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 14.3 x 24.0 cm
- Pages
- 716
- Categories
- Naturwissenschaften Biologie