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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Page - 228 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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228 A. Burgerstein. „Mikroskopie der Faserstoffe" (Wien 1887); eine Arbeit von Kosoll enthält mikroskopische Untersuchungen ausländischer Fasern. Angeregt durch Schwendeners grundlegende Studien untersuchte Lu- cas (SWA. 1882, 1883), wie sich das Grund-, Strang- und Hautgewebe in Bezug auf die Zug-, Druck- und Biegungsfestigkeit verhalten, ferner welche physikalischen und chemischen Eigenthümlichkeiten die Verschiedenheit in der Festigkeit eines bestimmten Gewebes bei verschiedenen Pflanzen und verschiedener Gewebe bei derselben Pflanze bedingen. — v. Weinzierl zeigte (SWA. 1877), wie der Unterschied in der Festigkeit und Elasticität lebender und todter vegetabilischer Gewebe einerseits durch den Wassergehalt, ander- seits durch die Molecularstructur der mechanischen Zellen bedingt sei. Ueber die Härtegrade vegetabilischer Gewebe erhielten wir erst durch eine Arbeit von E. Ott richtige Vorstellungen (OeBZ. 1900). Heinricher verdanken wir den Nachweis der relativ grossen Verbreitung von Pflanzen, deren Blätter rücksichtlich des Assimilationssystems ober- und unterseits gleich gebaut sind (JB. 1884). Heinricher bezeichnet einen sol- chen Blattbau als isolatcral, welcher Ausdruck in der Anatomie allgemein an- genommen wurde. Als der wesentliche Factor, der zu diesem Bauverhältnis führt, wird hohe Insolation erkannt. Heinrichers Vermuthung, dass der iso- laterale Blattbau für bestimmte Florengebiete der herrschende sei, wurde von Volkens glänzend bestätigt, der zeigte, dass zur Flora der ägyptisch-arabischen Wüste 90 Procent Pflanzen mit isolateralen Blättern gehören. — Jancewski fand (Ann. sc. nat. 1885), dass die Luftwurzeln gewisser Orchideen isolateral, die anderer dorsiventral gebaut sind. Der Lichteinfluss ist auf das Zustande- kommen der Dorsiventralität je nach der Species sehr verschieden; er ist z. B. bei Epidendrum nockirnum von hervorragender, bei Aerantlies fasciola von gar keiner Bedeutung. Leitgeb hat durch seine anatomisch-physiologischen Untersuchungen der Orchideen-Luftwurzeln (DWA. 1864) nicht nur die bisherigen anatomischen Kenntnisse dieser Organe wesentlich bereichert, sondern auch die bis dahin strittigen entwicklungsgeschichthchen Fragen endgiltig erledigt. Auch Palla lieferte Beiträge zur anatomischen Kenntnis der Orchideen-Luftwurzeln (1889). Eine andere Arbeit Leitgebs (SWA. 1858) betrifft die Anatomie und Entwicklungsgeschichte der Haftwurzeln des Epheu. — G. Haber- landt beschrieb den anatomischen Bau des Blattes von Begonia imperialis, Nestler jenen der Cycadeen- und Ranunculaceen-Laubblätter, Rathay (SWA. 1881) den der Involucralblätter von Garlina, L. Linsbauer die Ent- wicklung der Nebenblätter von Evomjnms (OeBZ. 1893). Mikosch unter- suchte die Entwicklungsgeschichte der Knospendecken dicotyler Holzgewächse (SWA. 1876), Kamienski jene der Vegetationsorgane der Utriculariaceen, Schwarz die Entstehung der Blattlöcher und Einbuchtungen bei Philo- dendron pertusuni (SWA. 1878). — Eine Arbeit von Figdor (OeBZ. 1891) verbreitet sich über die Anatomie der extranuptialen Nectarien von Pteridium aqiiilinum, A. Wagner (DBG. 1894) beschrieb den anatomischen Bau der Blüte von StreliUia reginae, Kronfeld den der Blüte von Aconitum (Englers Jahrb. 1890).
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Title
Botanik und Zoologie in Österreich
Subtitle
In den Jahren 1850 bis 1900
Author
Alfred Hölder
Editor
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Location
Wien
Date
1901
Language
German
License
PD
Size
14.3 x 24.0 cm
Pages
716
Categories
Naturwissenschaften Biologie
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Botanik und Zoologie in Österreich