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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Page - 233 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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Entwicklung- der Anatomie und Physiologie der Pflanzen. 233 Im Anschlüsse an seine ernährungsphysiolog-iscben iVrbeiten hat Molisch auch die Bedingung-en erkannt, unter denen Hortensienblüten eine blaue Farbe an- nehmen (BZ. 1897). Die Möglichkeit der Erziehung von „Kieselpflanzen" in kieselsäurefreien Lösungen hat Hoehnel für LitJiospermum arvense bestätigt. Böhm machte die interessante Beobachtung (BZ. 1H83), dass entstärkte Blätter von Fhaseolus und Scdnni spectahile, abgeschnitten und im Dunklen auf Zuckerlösung liegend, auch in kohlensäurefreicr Luft Stärke im Chloro- phyllkorn ausbilden, und zeigte dadurch, dass die autochthone Stärke nicht unbedingt ein directes Product der Kohlensäure-Assimilation sein muss. Gegenüber der Ansicht von Focke, dass gewisse Pflanzen (Cirsium, Samolus etc.), welche an natürlichen Standorten Lithium enthalten, diesen Stoff als nothwendigen Bestandtheil führen, ergaben Culturversuche von (launersdorfer (Landw. V.-Stat. 1887), dass das Lithium nicht als noth- wendiger, sondern nur als zufälliger, bei einigen Pflanzenarten allerdings con- stanter Begleiter der Gewebebestandtheile betrachtet werden müsse. In seineu chemisch-physiologischen Untersuchungen über die Ernährung der Pflanze (1875) kam Dvorzak zu dem Resultate, dass die Chloride eine wesentliche Steigerung der Acidität gegenüber der Basicität der aufgenom- menen Mineralbestandtheile veranlassen. — Wyplel verfolgte den schädlichen Einfluss, welchen die verschiedenen Chloride in Lösungen bestimmter Cou- centration auf das Pflanzenleben ausüben (GPr. Waidhofen 1891, 1892, 1893). Ferner zeigte derselbe Autor, dass sich Chloride, Bromide und Fluoride auch in sehr verdünnten Lösungen Süsswasseralgen gegenüber wie Gifte verhalten. Nach Untersuchungen von Czapek leiten die Siebröhren nicht allein die stickstoffhaltigen Assimilate, sondern auch die Kohlehydrate. Die Stofif- leitung wird durch Chloroformnarkose, aber nicht durch Plasmolyse unterbrochen (SWA. 1897). Derselbe Autor hat ferner (JB. 189G) die von Phanerogamen- wurzeln exosmotisch ausgeschiedenen Verbindungen analysiert. Bemerkens- wert ist das regelmässige Vorkommen von Monokaliumphosphat in den AVurzel- ausscheidungen. Die in der Natur beobachtete Corrosion von Gesteinen wird, wie Czapek durch neue Methoden zeigte, durch die seitens der Wurzeln ausgeathmete Kohlensäure hervorgerufen. G. Haberlandt hat (JB. 1881) im Gegensatz zu Stahl und anderen, welche die Form und Stellung der Assimilationszellen aus den Beleuchtungs- verhältnissen erklären, die Ansicht ausgesprochen und begründet, dass der anatomische Bau des assimilatorischen Gewebesystems „von den Principien der Überflächenvergrösserung und Stoffableitung auf möglichst kurzem Wege be- herrscht wird".— Nach A. Wagner (SWA. 1892) zeigen die Blätter der Alpen- pflanzen in ihrem anatomischen Bau eine unverkennbare Anpassung an ge- steigerte Assimilationsthätigkeit, welche durch die gesteigerte Lichtintensität, die Abnahme des Kohlensäuregehaltes der Luft und die Kürze der Vegetations- zeit im Hochgebirge bedingt wird. Die eigenthümliche Ernährungsphysiologie und Biologie des javanischen E\n^\i\ten TaeniophyllHm Zolingeri war Gegenstand einer Untersuchung AVies- ners (SWA. 1897).
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Title
Botanik und Zoologie in Österreich
Subtitle
In den Jahren 1850 bis 1900
Author
Alfred Hölder
Editor
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Location
Wien
Date
1901
Language
German
License
PD
Size
14.3 x 24.0 cm
Pages
716
Categories
Naturwissenschaften Biologie
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