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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Page - 234 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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234 A. Burgerstein. lieber die Wurzelknöllchen der Leguminosen, welche bekanntlich wiederholt Gegenstand experimenteller Versuche waren, sprach sich Schindler (BGB. 1884) dahin aus, dass dieselben keine pathologischen Auswüchse sind, sondern normale Bildungen der Leguminosen darstellen, die zu der Fähigkeit der Pflanzen, ansehnhche Stickstoffmengen aufzunehmen und zu verarbeiten, in inniger Beziehung stehen. Später hat Prazmovsky (BGB. 1888, Akad. Krakau 1889, Laudw. V.-Stat. 1890) die wichtigen Ergebnisse von Hellriegl, dass die Leguminosen durch Vermittlung der Wurzelknöllchen, die durch die Mit- wirkung gewisser Mikroorganismen im Boden entstehen, die Fähigkeit er- langen, auch den freien Stickstotf der Atmosphäre ernährungsphysiologisch zu verwerten, durch rigorose Culturversuche mit derErbse bestätigt. Prazmowsky studierte ferner die Biologie jener Bacterien im Boden und in den Knöllchen, ihren Zerfall in Bacteroideu, deren Resorption etc. Viele wichtige Thatsachen ergaben die experimentellen Studien Hein- richers über die Ernährungsphysiologie der grünen, parasitischen Rhinantha- ceen (JB. 1897, 1898, BG. 1899), sowie jene v. Wettsteins bezüghch der Euphrasien (Leipzig, Engelmann 1896, OeBZ. 1897). Alle in die Ver- suche einbezogene Arten (der Gattungen Odontites, Euplirasia, OrtJiantha etc.) konnten in Dichtsaat ohne anderweitigen Wirt bis zur Blüte zur Entwicklung gebracht werden; durch Zugabe einer anderweitigen Nährpflanze entstanden 3 —4fach kräftigere Exemplare. Zur normalen vollständigen Entwicklung, ins- besondere zur Fruchtbildung ist der Parasitismus unbedingt nothwendig. Zur Anlage der Haustorien ist (nach Wettstein) für Euplirasia die Gegenwart ge- eigneterNährwurzeln erforderlich, vondenen wahrscheinlich ein chemotaktischer Reiz ausgeht. Gulturversuche ergaben, dass die Auswahl der Wirtpflanze bei der Mehrzahl der grünen Halbschmarotzer keine weitgehende ist, und dass z. B. Odontites Odontites und Euplirasia strida auf verschiedenen dicotylen Nährpflanzen gut gedeihen. In phylogenetischer Beziehung interessant ist die Thatsache, dass die verschiedenen Euphrasien rücksichtlich der parasitären Ansprüche eine stufenweise Verschiedenheit zeigen, und dass Bartsia und Tossia alpina Bindegheder darstellen zwischen den grünen Hal})parasiten und den ganz parasitischen Lathraeen. Gegenüber Bonnier, der die Kohlensäure- Assimilation der grünen Halbschmarotzer für sehr gering erachtet, kommt Heinricher zu dem Ergebnis, dass bei diesen Gewächsen, die alle ein hohes Lichtbedürfnis haben, ein sehr reger Assimilationsprocess nicht nur thätig, sondern auch erforderhch ist. Der Schwerpunkt des Parasitismus der grünen Rhinanthaceen liegt (im Zusammenhange mit der Reduction des Wurzelsystems) darin, die rohen Nährstotfe durch Einbruch in die AVurzeln der Wirtspflanzen zu gewinnen. — Aus Heinrichers anatomisch-biologischen Studien über Lathraea dandestina und squamaria (SWA. 1892, DBG. 1893, Breslau 1895) ist das constatierte active Vordringen der Haustorialfortsätze in das Holz der befallenen Wirtspflanze, die weitgehenden Zerstörungen in den befaUenen Wurzeln und die Anomalien, welche im Wachsthum derselben durch den Para- siten zur Auslösung kommen, besonders bemerkenswert. Kamienski untersuchte die Beziehungen der organischen Verbindungen des Bodens zur Nahrungsaufnahme der Saprophyten (Ledum, Pyrola, Andro-
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Title
Botanik und Zoologie in Österreich
Subtitle
In den Jahren 1850 bis 1900
Author
Alfred Hölder
Editor
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Location
Wien
Date
1901
Language
German
License
PD
Size
14.3 x 24.0 cm
Pages
716
Categories
Naturwissenschaften Biologie
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Botanik und Zoologie in Österreich