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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Page - 238 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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238 A. Burgerstein. durch zwei Momente bedingt: erstens durch die Wirkung- des Windes auf die Spaltöffnungen, welche sich in bewegter Luft je nach der Pflanzenart langsam oder rasch^ vollständig, unvollständig oder gar nicht schliessen, und zweitens durch das Verhältnis der intercellularen zur epidermoidalen Transpiration. Sorgfältige Detailbestimmungen über die Transpirationsgrösse und das Wasserbedürfnis wurden von Friedrich Haberlandt in Beziehung auf ein- heimische Agriculturpflanzen (1876, 1877), von Hoehnel in Beziehung auf forstliche Holzgewächse durchgeführt (1879, 1880). — Burgerstein unter- suchte den Einfluss von Säuren, Alkalien, Salzen und Nährstofflösungen be- stimmter Concentration auf die Transpirationsgrösse (SWA. 1876, 1878), die Transpirationsverhältnisse bei Temperaturen unter dem Nullpunkt, den stimu- lierenden Einfluss des Kampfers auf die Transpiration (ZBGr. 1885); Hoehnel den Gang der Transpiration bei der Entwicklung des Blattes, Wiesner und Fächer die Wasserabgabe peridermbesitzender entlaubter Zweige, Poljanec den Einfluss des Trockenperiderms und den des Saftperiderms auf den Wasser- verlust der Kartoffeln. Bezüglich der Transpirationsgrösse im feuchtwarmen Tropengebiete haben AViesner und Burgerstein (in voller Uebereinstimmung auch Stahl, Giltay und Stenström) gezeigt, dass dieselbe im ganzen und im Verhältnisse zu der im mitteleuropäischen Klima nicht so gering sein kann, als dies von einer Seite behauptet wurde. Friedrich Haberlandt machte die Beobachtung, dass abgeschnittene und eine Zeitlang unter Wasser belassene Blätter nach Herausnahme und Abtrock- nung an der Luft liegend trotz des grösseren Wassergehaltes rascher welken als gleichalterige frische und unbenetzt gebliebene Blätter. Diese Erscheinung wurde von Burgerstein und Wiesner bestätigt, von letzterem auch erklärt. Leitgeb (B. Inst. Graz 1886) hat sich als einer der ersten dahin aus- gesprochen, dass die Pflanze durch die Fähigkeit des Spaltenverschlusses die Möglichkeit hat, die Wasserabgabe ihrem Wasservorrathe anzupassen, und dass der Spaltenverschluss das einfachste Schutzmittel gegen einen zu starken Wasserverlust bildet. Im Dienste des Transpirationsschutzes stehen auch die von Heinricher beschriebenen „Speichertracheiden" im Blattmesophjll dico- tyler Pflanzen trockener Standorte (BGB. 1885). Langer und Nestler (1894) zeigten, dass zwischen „Luftspalten" und „Wasserspalten" weder anatomisch noch functionell eine scharfe Grenze ge- zogen werden kann. Da ferner von Wiesner, Burgerstein (und anderenj festgestellt Avurde, dass lebende Blätter tropfbar-flüssiges Wasser durch die Oberfläche aufnehmen können, so schlug G. Haberlandt für die Stellen des Ein- und Austrittes liquiden Wassers an oberirdischen Organen den CoUectiv- ausdruck „Hydathoden" vor (DBG. 1894). Solche Wasserwege sind nach den Untersuchungen von Haberlandt entweder einzelne Epidcrmiszellen oder mehr- zellige Trichome, bei directem Anschlüsse an das Wasserleitungssystem aber Stomata in Verbindung mit einem Epithemgewebe oder ohne ein solches.— Bezüglich des Epithems vertritt G. Haberlandt die Ansicht, dass demselben bei der liquiden Wassersecretion eine active Rolle zukomme^ während Nestler (gleich allen anderen Physiologen, die sich mit der Sache beschäftigt haben) zu dem Resultate gekommen ist (SWA. 1896), dass die Tropfenausscheidung
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Title
Botanik und Zoologie in Österreich
Subtitle
In den Jahren 1850 bis 1900
Author
Alfred Hölder
Editor
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Location
Wien
Date
1901
Language
German
License
PD
Size
14.3 x 24.0 cm
Pages
716
Categories
Naturwissenschaften Biologie
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