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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Page - 246 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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246 A. Bni-fi-erstein. Entwicklung der Anatomie und Physiologie der Ptianzen. Maxima der Keimungstemperatur für Samen vieler Culturpflaiizen ; er verfolgte die Frage, wie lange verschiedene Samenarten mit dem Fortsehreiten des Alters die Keimfähigkeit behalten, und welche Momente hiebei von Einfluss sind; derselbe Forscher stellte fest, dass die Samen der meisten unserer Cultur- pflanzen im lufttrockenenZustande eineTemperaturvon 100« C. durch 48 Stunden auszubalten vermögen, ohne die Keimfähigkeit zur Gänze zu verlieren; er unter- suchte den Einfluss der Luftverdünnung des Sameninnereu auf das Keimver- mögen, den Einfluss der Temperatur des Quellungswassers auf die Keimfähig- keit und zeigte, dass Samen bei wechselnder Temperatur auch ohne directe Benetzung in feuchter Luft auskeimen können. — Interessant ist die Ent- deckung von Liebenberg und Pammer, dass intermittierende Erwärmung den Keimprocess beschleunigt, woraus sich zum Theil die günstige Wirkung natür- licher Verhältnisse auf die Keimung ergibt. Nach Cieslar keimen Coniferen- samen bei wechselnder Feuchtigkeit schneller als bei constanter. Derselbe Forscher constatierte auch, dass kleine, an Reservestotfen arme Samen (be- sonders Gramineen) im Lichte besser keimen als im Dunklen, und dass ins- besondere die schwächer brechbaren Strahlen des Sonnenspectrums die Kei- mung begünstigen. Dasselbe fand Heinricher für die winzigen Samen von Veronica peregrina, auf deren Keimung nach Heinrieher auch das Substrat einen nicht unwesentlichen Einfluss ausübt (DBG. 1899). Wiesner studierte die biologischen Verhältnisse der Keimung der Loran- thaceen (SWA. 1894). Er zeigte, dass die Samen von Viscum, alhum nur im Lichte keimen; ferner, dass sie unter natürlichen Verhältnissen eine Ruhe- periode durchmachen, indem sie, obwohl schon im Herbste reif, erst im nächsten Frühjahre auskeimen, dass sich jedoch durch Entfernung des Viscinschleimes die Ruheperiode auf 1—3 Monate reducieren lässt. Für Viscum alhum reicht das in der Beere enthaltene Wasser zur Keimung aus; Wiesner gelang es, Mistelsamen selbst im Exsiccator zur Keimung zu bringen. Im Gegensatze zu Viscum alhum keimen die an Viscin armen tropischen Arten dieser Gattung ohne Ruheperiode sowohl im Lichte wie im Dunklen. Ileinricher (DBG. 1894^ 1898) und Wettstein studierten die bis dahin nur sehr mangelhaft bekannten Keimungsbedingungen der parasitischen Rhin- anthaceen und Lathraeen. Die Samenkeimung erfolgt bei Odontites und wohl bei allen chlorophyllhältigen parasitischen Rhinanthaceen ohne eine von einer Nährwurzel ausgehende chemische Reizung. Die Samen von Toszia und von Bartsia alpina keimen jedoch nur bei Anwesenheit einer Nährpflanze, von deren Wurzeln die ReizWirkung ausgeht; ebenso wie Lathraea squamarla und clandestina, die zur Keimung zu bringen Heinricher zuerst gelang. Beachtenswerte Beiträge zur Kenntnis der Keimungserscheinungen ent- halten Abhandlungen von Burgerstein, Dimitriewicz, Gjokic, v. Hoeh- nel, Janczewski, Jenciö, v. Kerner, Krasan, Kronfeld, Lucas, Pam- mer, Sakellario, Schindler, Unger, Veiten, v. Weinzierl, v. Wettstein, Wiesner, G.Wilhelm, AVolosczak, Wyplel, Zoebl.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Title
Botanik und Zoologie in Österreich
Subtitle
In den Jahren 1850 bis 1900
Author
Alfred Hölder
Editor
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Location
Wien
Date
1901
Language
German
License
PD
Size
14.3 x 24.0 cm
Pages
716
Categories
Naturwissenschaften Biologie
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