Page - 280 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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280 A. Penther,
indischen Archipel auf, wovon die meisten zwar neu sind, deren Beschrei-
bung jedoch zu aphoristisch gehalten ist.
Camill Heller^) und Karl KoelbeP) sind die einzigen Oesterreicher,
welche Arbeiten, und zwar rein descriptiver Natur über das kleine Gebiet
der Pycnogoniden veröffentlicht haben. Kolenati publicierte nur eine hieher
gehörige Arbeit^).
Die meisten Schriften über ausländische Fauna haben Wlad. Kul-
czynski^,) wohl den besten noch thätigen Arachnologeu Oesterreichs zum
Autor und zeichnen sich durch erschöpfende Beschreibungen aus.
Die bereits genannten Autoren Low und Nalepa, sowie Arn. Penther
sind nur durch je eine Arbeit^), Rob. v. Sehaüb und der Geologe Ferd.
Stoliczka, der auch auf anderen Gebieten der Zoologie thätig war, durch
je zwei Arbeiten*') vertreten.
An die systematischen Arbeiten schliessen sich nun eng die faunistischen
an. Viele von ihnen bringen auch in der That so viel systematisches Mate-
rial, dass sie fast ebensogut im vorausgegangenen Abschnitt hätten erwähnt
werden können. Die weitestgehende Arbeit dieser Art, aber heute bereits
veraltet, ist Doleschalls Verzeichnis der Spinnen Oesterreichs^), in wel-
chem für die ganze Monarchie nur 269 Arten, darunter 24 neue, aufgezählt
werden.
lieber die Arachnidenfauna Tirols wurden mehrere Arbeiten veröffent-
licht. Vor allem sei hier die preisgekrönte Schrift Ausserers erwähnt, die
für die Bearbeitung der Fauna dieses Kronlandes grundlegend wurde ^).
Von Karl v. DaIIa Torres beiden Arbeiten^) bringt die letztere sehr
erwünschte genaue Literaturangaben.
Ausführlich über die Verbreitung der Thierwelt im allgemeinen berichtet
die Abhandlung ^^) des bereits genannten Autors Heller, die auch die Arach-
niden bespricht; sehr genaue Beschreibungen mehrerer neuer Arten sowie
zahlreiche kritische Bemerkungen enthält Kulczyriskis Beitrag zur Tiroler
Fauna ^^).
Neben den beiden kleinen Beiträgen J. A. Ferrari^") und Franz Löw'^)
zur Fauna von Niederösterreich existiert nur ein einziges neueres Werk, das
grösseren Umfang besitzt und vollkommen dem gegenwärtigen Stande der
Wissenschaft entspricht: dies ist Kulczyriskis „Symbola ad faunam Ara-
neorum Austriae inferioris cognoscendam"^^).
Zahlreicher, aber weitaus nicht so bedeutend wie letzterwähntes Werk^*)
sind die Arbeiten, welche die mährische Fauna betreffen: drei von Julius
Müller ^^) und zwei von Heinrich WankeP*').
Die mährische und böhmische Fauna ist in einer 381 Arten aufzählen-
den Compilationsarbeit Noseks^'') berücksichtigt.
1) SWA. 1875. — 2) luteru. Polarforsch. Wien 1886.— ^) Bull. Mose. 1857. — *) Kozpr. Ak.
Krak. 1884, 1899; Pam. Krak. 1885; Term. Fiiz. Budapest 1895; Diss. Akad. Krak. 1895.— &) ZBG.
1888; SWA. 1899; AWH. 1900.— «) SWA. XCVIII, LXXII; Jouvn. As. Soc. Beng. XXXVIII, XLII.
— ') SWA. 1852. — «) ZBG. 1867.— ») N. V. Innsbr. 1881/82; ibid. 1891—1896. — i») SWA. 1882.
— ") Rozpr. Ak. Krak. 1887.— ^2) ZBG. 1872.— i")Becks Fauna von Hernstein.— ") Ak. Krak.
1898.— 15) Jahrb. mähr.-schl. Ges. 1859; Lotos 1859, 1860. — '") ZBG. 1856; SWA. XLIII.— ") Sb.
Böhm. Ges. 1895.
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Title
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Subtitle
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Author
- Alfred Hölder
- Editor
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Location
- Wien
- Date
- 1901
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 14.3 x 24.0 cm
- Pages
- 716
- Categories
- Naturwissenschaften Biologie