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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Page - 320 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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320 H. Rebel. In Ungarn war von den Dreissigerjahren angeftingen Emerich v. Fri- valdszky (geb. 1799, f 1871) auch lepidopterologisch vielfach thätig. Er trug nicht bloss zur genaueren Erforschung der heimischen Fauna bei, sondern führte auch mehrere entomologisch sehr ergiebige Reisen in die damalige ganz unerforschte Türkei, Sicilien und Malta aus, deren neuen Resultate er zum Theile selbst publicierte \), theils anderen zur Publication überliess. In Böhmen wirkte Prof. Dr. Franz A. Nickerl (geb. 1813, f 1871) bereits vor dem Jahre 1850 auch als Lepidopterologe erfolgreich. Seine localfauni- stischen Publicationen werden später im Zusammenhange erwähnt. Nickerl war auch ausserhalb seines Kronlandes als Faunist und Micro- lepidopterologe thätig und publicierte den ersten eingehenden Bericht über das später von Lepidopterologen stark frequentierte Glocknergebiet^); durch ihn \\ urde auch die Zucht ausländischer Saturniiden in Europa wesentlich gefördert. Nach diesem kurzen historischen Ueberblick wollen wir uns einer ein- gehenderen Betrachtung des Zeitraumes 1850—1900 zuwenden, wobei es an- gezeigt erscheint, nachstehende Gesichtspunkte einzuhalten: 1. Systematische Arbeiten und andere Leistungen von allgemeinerer Bedeutung, 2. faunistische Arbeiten, 3. Arbeiten über Entwicklungsstadien, namentlich Kenntnis der Raupe und deren Lebensweise betreffend. Ausgeschieden aus dem Kreise der Betrachtungen müssen die zahlreichen Leistungen auf dem Gebiete der praktischen Entomologie, vorzugsweise Schädlinge betreffend, und solche auf dem Gebiete der Seidenzucht bleiben. I. Systematische Arbeiten und andere Leistungen von allgemeinerer Bedeutung. Um das Jahr 1850 sehen wir das im Ochsenheimer-Treitschke'sehen Werke enthaltene System noch in voller Anerkennung. Allerdings lagen aus Deutschland schon neuere systematische Versuche vor, so namentlich Zellers natürliche Eintheilung der Schaben (1839) und Herrich-Schäffers grund- legende Vorarbeiten zu einem neuen allgemeinen System. Herrich-Schaffer war auch der erste, der die Wichtigkeit des Flügelgeäders auf systematischem Gebiete voll erkannte und, von allgemeinen, nicht auf der europäischen Fauna allein beruhenden Gesichtspunkten ausgehend, zur Abgrenzung von beiläufig vierzig natürlichen Lepidopterenfamilien gelangte. Um dieselbe Zeit tritt auch in Oesterreich ein Mann hervor, der mit seltenem Scharfblick begabt, von rücksichtsloser Wahrheitsliebe beseelt, zu leidenschaftlichem Federkrieg stets bereit, eine rastlose Thätigkeit entfaltete, welche auf systematischem Gebiete von anhaltendem Erfolge begleitet war: Julius Lederer. Geboren am 24. Juni 1821 zu Wien, war er für den Kauf- 1) Ungar. Akademie d. Wissenscb. und Jahrbücher der k. ungar. wisseusch. Gesellschalt 1835 und 1845. — -) Beitrag zur Lepidopterenfauna Ober-Kärntens und Salzburgs (Statt. E. Z, VI, 1845;.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Title
Botanik und Zoologie in Österreich
Subtitle
In den Jahren 1850 bis 1900
Author
Alfred Hölder
Editor
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Location
Wien
Date
1901
Language
German
License
PD
Size
14.3 x 24.0 cm
Pages
716
Categories
Naturwissenschaften Biologie
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