Page - 326 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
Image of the Page - 326 -
Text of the Page - 326 -
326 H. Rebel.
thätig (Faunistik betreffend vgl. den nächsten Abschnitt). Seine Arbeiten über
Eupithecien sind: .,Eupitheeien Oesterreich-Ungarns" mit Nachträgen^); weiters
eine „Revision der Eupithecien Treitschkes"^); \\bev Eupithecia Distinctaria^)]
endlich noch „Mittheilungen über Eupithecien"*).
Auch Baron AdolfKalchberg (geb. 1841, gest. 1899), der längere Zeit
auf Sicilien sammelte, besass eine sehr bedeutende Privatsammlung, welche
aus Rhopaloceren aller Faunengebiete und aus paläarktischen Heteroceren
bestand. Er publicierte mehrere faunistische Beiträge (vgl. später). Seine
ganze sehr wertvolle Sammlung gelangte in den Besitz des k. k. naturhisto-
rischen Hofmuseums.
Als einer der wenigen enthusiastischen Lepidopterologen, die sich von
Jugend ab auch mit exotischen Formen beschäftigen, ist Heinrich Ritter v.
Mitis (geb. 1845 in Linz) hervorzuheben, der sich namentlich durch den Be-
sitz einer nicht unbedeutenden Privatbibliothek sehr eingehende Literatur-
kenntnisse erwarb, wofür seine vorzügliche „Revision der Pieridengattung
Delias"^) einen schönen Beleg bildet. Mitis ist auch ein Meister in der bild-
lichen Darstellung, namentlich von Rhopaloceren und widmete zahlreichen
heimischen Publicationen der letzten Decennien in uneigennützigster Weise
Originalabbildungen von seiner Hand.
Dr. Hans Rebel (geb. 1861 in Wien) genoss bereits als Microlepidoptero-
loge einen Ruf, als er als Nachfolger Rogenhofers in den Verband des
k. k. naturhistorischen Hofmuseums trat, an welches auch seine bedeutende
Privatsammlung von Microlepidoptereu gelangte. Er war publicistisch schon
vielfach thätig. Descriptive Arbeiten von ihm über paläarktische Microlepido-
ptereu erschienen unter anderen auch in der „Stettiner entomologischen Zei-
tung", Jahrg. LIV, und „Deutsche entomologische Zeitschrift" (Iris), Bd.XHL
Ueber seine Theilnahme an der faunistischen Erforschung der Monarchie ist
der nächste Abschnitt zu vergleichen. Er hielt durch mehrere Jahre während
der Wintermonate in der Zool.-bot. Gesellschaft einen Cyklus von Vorträgen,
welche einer Einführung in das wissenschaftliche Studium der Lepidopteren
dienten und auch in der neugegründeten lepidopterologischen Section der
Gesellschaft ihre Fortsetzung fanden. In diesen Vorträgen wurden nicht bloss
die Organisation und Entwicklungsgeschichte der Lepidopteren und einzelne
Capitel der Biologie, Horadimorphismus, Mimicry etc., sondern namentlich
auch die moderne Systematik auf phylogenetischer Grundlage behandelt.
Anatomische und morphologische Arbeiten speciell über Lepidopteren
liegen nur wenige vor und seien auch einige derselben hier kurz erwähnt.
So hat den Bau der Wehrdrtisen der Gabelschwanzraupen (Harpyia) Prof.
Dr. Karl Claus (geb. 1835 in Hessen-Cassel, gest. 1899 in Wien) zuerst unter-
sucht*^); über den feineren Bau der Hautdrüsen bei Raupen veröffentlichte
Dr. Stanislaus Klemensiewicz (geb. 1854 in Krakau) eine Untersuchung').
1) WEZ. I, 1882, II,m u. IV, 1887.— 2) WEZ. I. — 3) Stett. EZ. 1887. — *) Iris VI.
Ii-is VI mit 2 Taf.— ^) Naturw. Zeitschr.m, 1862.— ') ZBG. 18S3 mit 2 Taf.
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Title
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Subtitle
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Author
- Alfred Hölder
- Editor
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Location
- Wien
- Date
- 1901
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 14.3 x 24.0 cm
- Pages
- 716
- Categories
- Naturwissenschaften Biologie