Page - 329 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Geschichte der Zoolo"ie. 329
II. Faiuiistischc Aibeifeii.
Weitaus die grösste Zahl aller für die Periode 1850—1900 in Betracht
kommenden Piiblicationen hat einen vorwiegend faunistischen Charakter, der
durch die häufig' eingestreuten Beschreibungen neuer Arten oder Localformen
nicht aufgehoben erscheint; fällt doch die genaue Erforschung unserer Alpen-
länder, der mediterranen Gebiete unserer Monarchie sowie Galiziens und der
Bukowina ausschliesslich in den Zeitraum der letzten fünf Decennien. Aber
auch äusserst wichtige faunistische Arbeiten für ausländische Gebiete liegen
vor. Es scheint daher angezeigt, vorerst jene Arbeiten, welche inländische
Gebiete betreffen, nach Krouländern geordnet zu besprechen und dann erst
die ausländische Gebiete betreffenden Publicationen anzuführen.
a) Ueber inländische Gebiete.
Nur wenige Arbeiten sind hier vorhanden, welche sich auf mehrere
Kronländer oder die ganze Monarchie beziehen. Als solche wären anzuführen
Rogenhofers Notizen zur Lepidopterenfauna Oesterreichs^), Manns „Micro-
lepidopterenfauna der Erzherzogthümer Oesterreich ob und unter der Enus und
Salzburgs"^), ein glänzendes Zeugnis der unerreichten SammelthätigkeitManns,
Bebeis „Beitrag zur Microlepidopterenfauna Oesterreich-Ungarns"^), Rebel und
Rogenhofer, „Zur Kenntnis des Genus Parnassius Latr. in Oesterreich-Un-
garn""^); ferner publicierte Adalbert Viertl (geb. 1831 in Slavacin in Mähren,
•f 1900), ein hervorragender Sammler, der namentlich wertvolle Beiträge für
die Fauna Ungarns lieferte, aber in früheren Jahren auch in Cisleithanien ge-
sammelt hatte, „Beiträge zur Lepidopterenfauna der österreichisch ungarischen
Monarchie'' °); weiters sind auch hier die bereits im vorigen Abschnitte er-
wähnten Arbeiten von Bohatsch über Eupithecien anzuführen, welche sich
auch in faunistischer Hinsicht durch die besondere Gewissenhaftigkeit, mit
welcher der Autor das Vorkommen und die Verbreitung der einzelnen Arten
feststellte, auszeichnen.
Constantin Freih. v. Hormuzaki (geb. 1863 in Czernowitz), der sich um
die Erforschung der Localfauna der Bukowina bleibende Verdienste erworben
hat (vgl. später), schrieb auch einen Beitrag zur Macrolepidopterenfauna der
österreichischen Alpenländer ^), welcher sich zumeist auf Oberösterreich, Salz-
burg und Nordtirol bezieht.
Wenn auch viele der im Nachstehenden angeführten Beiträge nur einen
sehr geringen wissenschaftlichen Wert besitzen, konnten sie doch der Voll-
ständigkeit halber nicht ganz übergangen werden.
Niederösterreich. Ausser dem bereits in der Einleitung erwähnten
Wiener Verzeichnis (1776), welches auch die Arten unserer Voralpen enthält, da
die Theresianer schon damals wiederholt das Schneeberggebiet besuchten, und
dem „Systematischen Verzeichnis" Kollars (1832) sei hier der Vollständigkeit
halber aus einer früheren Periode auch das „Systematische Verzeichnis der
Tagfalter, Schwärmer und Spinner des Erzherzogthums Oesterreich" (Inaug.-
1) ZBG. 1857, 18.58, 1866 u. 1869. — "-) WEZ. 1884—1885. — ») ZBG. 1889 mit Taf. —
*) III. Jahresber. AVieu. Eut. Ver. 1892 mit Taf. — s) Guben EZ., XI. Jahrg. 1897.— ") ZBG. 1900.
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Title
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Subtitle
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Author
- Alfred Hölder
- Editor
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Location
- Wien
- Date
- 1901
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 14.3 x 24.0 cm
- Pages
- 716
- Categories
- Naturwissenschaften Biologie