Page - 336 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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336 H. Rebel.
von den Heteroceren noch die Noctuiden umfasste. Einen Nachtrag- zu letzterer
Publication veröflPeutlichte er 1861^). Unter den von ihm publicierten „Neuen
Microlepidopteren" ^) sind auch fünf Arten aus der Umgebung- Prags.
Sein Sohn Dr. Ottokar Nickerl (geb. 1838 in Prag), der die natur-
wissenschaftlichen Bestrebungen seines Vaters pietätvoll fortsetzt, veröffent-
lichte in dem von der physiokratischen Gesellschaft in Böhmen heraus-
gegebenen „Catalogus insect. faunae bohemicae" eine sehr artenreiche Liste
der endemischen Lepidopteren, wovon Theil I: Die Kleinschmetterlinge 1894,
Theil II: Die Grossschmetterlinge 1897 erschienen, leider ohne nähere Angaben.
Dr. Richard v. Stein publicierte ein Verzeichnis der im nördHchen
Böhmen überwinternden Lepidopteren^), welches auch faunistisches Interesse
besitzt. Für Trautenau lieferte Fr. Krasny einen Beitrag*^), für Marienbad
liegen (veraltete) Notizen von Louis Moeller vor^).
Ueber die Lepidopterenfauna von Karlsbad, welches einen eigenen
entomologischen Verein besitzt, machte ein englischer Curgast, Rev. Will.
Becher, Mittheilungen, die sich meist auf Rhopaloceren beziehen^); der
Karlsbader Entomologische Verein publicierte hierauf 1891 ein „Verzeichnis
der Schmetterlinge von Karlsbad", dem kürzlich eine eingehendere Darstel-
lung der Macrolepidopterenfauna durch August Hüttner (geb. 1853 in Karls-
bad) folgte (Karlsbad 1900).
Für die Fauna der Grenzgebirge sind „Zwei lepidopterologische Excur-
sionen auf das Riesengebirge" von G. Standfuss^) und G. C. Laubes „Zur
Kenntnis der Lepidopterenfauna des böhmischen Erzgebirges'"^) anzuführen.
Mähren. Julius Müller veröffentlichte bereits 1850 einen Prodromus
der Lepidopterenfauna von Brunn ^), dem fünf Jahre später Friedrich Schnei-
der mit einer ausführlichen „Lepidopterenfauna von Brunn" (Brunn 1861)
folgte, welche noch die Noctuiden berücksichtigte.
Eine überraschend gute Fortsetzung erfuhr diese Publication durch die
„Geometrinen und Microlepidopteren des Brünner Faunengebietes" durch An-
ton Gärtner (geb. 1820 in Brunn, gest. 1884)1°).
Gärtner gehörte zu den erfahrensten Raupenzüchtern Oesterreichs und
hat auch faunistisch höchst erfolgreich gewirkt. Er veröffentlichte auch einen
Artikel über die Sesien des Brünner Faunengebietes ^^) und mehrere kleinere
Notizen in den Jahresheften der naturwissenschaftlichen Section der k. k.
mährisch-schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues ^^).
Für die Lepidopterenfauna von Mährisch-Trübau schrieb Florian Rudolf
Czerny ein Artenverzeichnis i^); eine von einem anonymen Verfasser neuer-
lich begonnene Localfauna für denselben Ort kam über die ersten Anfänge
nicht hinaus 1^).
Schlesien. Fast sämmtliche faunistische Arbeiten über dieses Kronland
behandeln das Herzogthum Schlesien in altem Umfange und sind in Preussisch-
1) „Lotos" XI.— 2)WEM. 1864.— s) Ent. Nachr. 1879.— *) Progr. Oberrealschule 188G.—
") Zeitschr. ges. Natnrw. 1858, XI.— «) Entomologist 1884.— '') Stett. EZ. 1848. — «) „Lotos",
Prag 1897. — ^) „Lotos" 1856.— lOjNVB. IV, 1866, Nachtrag ebenda VIII, 1870. — ") Ebenda XII,
1874.— 12) Jahrg. 1858, 1860.— i^) zßG. 18.57 und Nachtrag 1859.— ") Guben EZ. VII und VIII,
1893—1895.
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Title
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Subtitle
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Author
- Alfred Hölder
- Editor
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Location
- Wien
- Date
- 1901
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 14.3 x 24.0 cm
- Pages
- 716
- Categories
- Naturwissenschaften Biologie