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persönliche Schutzausrüstung und das An- und Auskleiden betrifft. Letzte-
re Maßnahme stellt nachfolgende Besuchsmöglichkeiten im Non-Covid-
Bereich sicher. Es ist gut und wichtig, wenn Seelsorge im Covid-Bereich
präsent ist und die Patienten Begleitung finden!“7
In vielen Handreichungen fĂĽr Seelsorgerinnen und Seelsorger8 wird mit
gutem Grund auf die Nutzung von technischen Möglichkeiten (Telefon,
Videotelefonie) verwiesen, um in Kontakt mit Covid-19-Patientinnen und
‑Patienten treten zu können. Die Erlaubnis zum persönlichen Besuch er-
öffnet indes weitreichendere Möglichkeiten in der Begleitung der isolier-
ten, äußerst belasteten und schwer kranken Menschen; sie erweitert die
Optionen in der Begleitung von Angehörigen, weil der direkte Zugang tie-
fere Weisen von Stellvertretung bietet. Zudem ergibt sich daraus ein Zu-
sammentreffen und ein gemeinsames Arbeiten mit dem medizinischen,
dem pflegerischen und anderweitigem therapeutischen Personal, was eine
unverzichtbare Grundlage adäquater Seelsorge für Krankenhausmitarbeite-
rinnen und ‑mitarbeiter darstellt. Die Einschränkung „auf Anforderung“
trägt der priorisierten Zuteilung von persönlicher Schutzausrüstung für
Mediziner und Pflegekräfte Rechnung und der Hinweis auf Hygienericht-
linien setzt klare Rahmenbedingungen, die größtmögliche Sicherheit in al-
le Richtungen bieten.
Es ist allerdings ein eigenartiges GefĂĽhl, die Covid-Klinik erstmalig zu
betreten. In der ersten Wahrnehmung erweist sie sich mit all den bauli-
chen Vorkehrungen und hygienischen Reglementierungen als Festung.
Zugangsberechtigter werde ich wegen des freigeschalteten Dienstauswei-
ses; ausgestattet mit eigener Bereichskleidung und weiterer SchutzausrĂĽs-
tung erlebe ich mich als Teil des Teams. Anspannung liegt in der Luft, Un-
behagen und Verunsicherung melden sich. Die Konzentration auf den ei-
genen Auftrag sowie die mitmenschliche Begegnung mit ĂĽberlebenden,
sterbenden und verstorbenen Patientinnen und Patienten bringen Sicher-
heit zurĂĽck, ich befinde mich auf vertrautem Terrain.
Nach Bekanntgabe der Erlaubnis fĂĽr Seelsorgebesuche auf allen Covid-
Stationen kam es zunächst nur vereinzelt zu Anforderungen, diese Einsät-
ze auf Intensiv- wie auf Normalstationen gestalten sich jedoch fachlich an-
spruchsvoll und menschlich berĂĽhrend. Beispielhaft hierfĂĽr soll die Beglei-
7 Ich danke dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Jürgen Koehler, MA, sehr für seine
Wertschätzung und für die schrittweise Eröffnung der weitreichenden Besuchs-
möglichkeiten, verbunden mit der Einsicht in die Wichtigkeit seelsorglicher Be-
gleitung gerade auch von infektiösen Patientinnen und Patienten.
8 Vgl. Roser et al., Die Corona-Pandemie als Herausforderung fĂĽr Spiritual Care, 2.
„Unsere täglichen Besuche gib uns heute …“ Krankenhausseelsorge und Besuchsverbot
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https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08
Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Title
- Die Corona-Pandemie
- Subtitle
- Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Authors
- Wolfgang Kröll
- Johann Platzer
- Hans-Walter Ruckenbauer
- Editor
- Walter Schaupp
- Publisher
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Location
- Baden-Baden
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7489-1058-9
- Size
- 15.3 x 22.7 cm
- Pages
- 448
- Keywords
- Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, MenschenwĂĽrde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
- Categories
- Coronavirus
- Medizin
- Recht und Politik