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ergeben, dass das Klinikum den Auftrag der Akutversorgung im
Großraum Graz, aber auch die Betreuung der Covid-19-positiven
Patienten und der Verdachtsfälle, übernimmt, d. h., das Klinikum
war eigentlich in jede Richtung gefordert und natürlich ist uns
dabei auch entgegengekommen, dass in einigen Bereichen Leis-
tungen reduziert worden sind. So hatten wir die Möglichkeit, in
jene Bereiche Mitarbeiter zuzuteilen, wo zusätzliches Personal er-
forderlich war. Schon in der Planung der Krisenbewältigung
spielten die Intensivstationen eine wesentliche Rolle. Es ging
darum, zu organisieren, wie wir die Behandlung und Betreuung
von Covid-19-Patienten ausrichten werden. Es gab dabei einen
Stufenplan: Auf der Universitätsklinik für Chirurgie wurde eine
Intensivstation als Covid-19-Intensivstation geführt, ein Teil der
Intensivbetten der Universitätsklinik für Innere Medizin wurde
getrennt und nur für Covid-19-Patienten zur Verfügung gestellt.
Im Bereich der Universitätsklinik für Chirurgie wäre es möglich
gewesen, noch weitere Intensivbetten als Covid-19-Intensivstatio-
nen zu führen. Das geplante volle Ausmaß an Intensivbetten wur-
de jedoch zu keinem Zeitpunkt benötigt. In den definierten
Covid-19-Bereichen wurden eigene Teams zusammengestellt, die
ausschließlich in diesen Bereichen arbeiteten. Es war eine große
Herausforderung für die Führungskräfte, die Kolleginnen und
Kollegen aus den unterschiedlichsten Stationen zu einem Team
zusammenzuführen. In allen Bereichen ist dies bestens gelungen
und ich bin sehr dankbar und stolz, dass alle zum Gelingen ihren
persönlichen Einsatz und Beitrag geleistet haben.
Kröll: Nun scheint ja die Krise langsam wieder vorbei zu sein und alle sind
dabei, die Systeme wieder hochzufahren. Wie läuft das in deinem Ver-
antwortungsbereich? Lief der Betrieb, d. h. die pflegerische Versorgung
der Patienten, wie eh und je?
Tax: Wie uns die derzeitigen Zahlen zeigen, ist die Krise weitgehend
vorbei. Und wir hoffen auch, dass es nicht zu einer „zweiten Wel-
le“ kommt. Wir sind wieder schrittweise mit den Leistungen in
den einzelnen Disziplinen hochgefahren. Wir als Direktorium ha-
ben dazu alle Kliniken besucht und hatten so die Möglichkeit,
mit den Klinikleitungen die geplanten einzelnen Schritte zu be-
sprechen und dabei auch die von uns erforderliche Unterstützung
auszuloten. Es waren sehr interessante und informative Gesprä-
che. Mit dem Rückgang der Anzahl von an Covid-19 erkrankten
Patienten haben wir schrittweise die Covid-19-Bereiche wieder
Der Umgang mit der Covid-19 Krise aus der Sicht der eines Universitätsklinikums
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https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08
Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Title
- Die Corona-Pandemie
- Subtitle
- Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Authors
- Wolfgang Kröll
- Johann Platzer
- Hans-Walter Ruckenbauer
- Editor
- Walter Schaupp
- Publisher
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Location
- Baden-Baden
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7489-1058-9
- Size
- 15.3 x 22.7 cm
- Pages
- 448
- Keywords
- Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, Menschenwürde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
- Categories
- Coronavirus
- Medizin
- Recht und Politik