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wir in eine Phase, in der es sehr viele medizinische Indikatio-
nen gibt, die einer entsprechenden Behandlung und Betreu-
ung bedĂĽrfen. Jetzt machen sich natĂĽrlich Unruhe und Be-
sorgnis breit, ob man als Patient dann tatsächlich zum OP-
Termin, zum Behandlungstermin oder zu einem erforderli-
chen Vorsorgetermin ins Krankenhaus kommen kann bzw.
soll.
Kröll: Du hast an den Eingängen und Zufahrten zum Gelände Sicher-
heitspersonal aufstellen lassen. Welche Erfahrungen haben diese
Mitarbeiter gemacht, insbesondere mit Menschen, die – aus wel-
chem Grund auch immer – unbedingt in das Krankenhausgelän-
de gelangen wollten?
Falzberger: Das Sicherheitspersonal, welches wir im und um das Klini-
kum positioniert haben, war retrospektiv betrachtet als Si-
cherheitsmaĂźnahme nicht unbedingt erforderlich, da die
Disziplin der österreichischen Bevölkerung beispielgebend
war. Aber es konnte anfangs niemand wissen, in welche
Richtung sich diese Krise entwickeln wird. Sehr viele Men-
schen haben sich an die Ausgangsbestimmungen gehalten, es
wurden am Klinikum wesentlich weniger Kontakte gezählt,
die Inanspruchnahme bezog sich auf schwere und Schwerst-
fälle.
Kröll: Und was hast du persönlich für dich, für dein privates Umfeld,
aber auch fĂĽr deinen Verantwortungsbereich innerhalb des Klini-
kums mitgenommen? Gibt es etwas, das du ändern möchtest oder
wirst?
Falzberger: Sowohl für mein privates Umfeld, aber auch für meine Tätig-
keit innerhalb der Klinik habe ich gelernt, mittels Videokon-
ferenzen perfekt zu kommunizieren. Aus meiner Sicht ist das
eine Lösung für die Zukunft, die man jedenfalls andenken
und weiterverfolgen muss. Es kann eigentlich auch nicht
sein, dass man Dienstreisen von mehreren Stunden oder so-
gar über mehrere Tage tätigt, wenn eine Videokonferenz das
gleiche Ergebnis erbringen kann. Es hat sich auch gezeigt,
dass beispielsweise im Bereich des Controllings viele Mitar-
beiter im Homeoffice ihre Arbeit ohne jeglichen Qualitäts-
verlust tätigen konnten. Ich werde jedenfalls den Bereich Ho-
meoffice in meinem Verantwortungsbereich weiter ausgestal-
Christa Tax, Gebhard Falzberger, Wolfgang Köle – befragt von Wolfgang Kröll
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https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08
Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
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Die Corona-Pandemie
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Title
- Die Corona-Pandemie
- Subtitle
- Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
- Authors
- Wolfgang Kröll
- Johann Platzer
- Hans-Walter Ruckenbauer
- Editor
- Walter Schaupp
- Publisher
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Location
- Baden-Baden
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7489-1058-9
- Size
- 15.3 x 22.7 cm
- Pages
- 448
- Keywords
- Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, MenschenwĂĽrde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
- Categories
- Coronavirus
- Medizin
- Recht und Politik