Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Coronavirus
Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Page - 425 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 425 - in Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise

Image of the Page - 425 -

Image of the Page - 425 - in Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise

Text of the Page - 425 -

man doch nicht so einfach von heute auf morgen zusper- ren! Ich kann ja nicht die Angehörigen anrufen und sagen: „Ihr mĂŒsst jetzt sofort eure Verwandten abholen!“ All das und noch vieles mehr ging mir damals durch den Kopf. Platzer: Frau Pichler, Sie leiten seit etwa 14 Jahren das Pflegeheim Zer- lach mit insgesamt 37 BewohnerInnen und ĂŒber vierzig Mitar- beitenden. Was waren Ihre ersten Gedanken, als die WHO am 11. MĂ€rz 2020 die Covid-19-Krankheit zur Pandemie erklĂ€rt hat? Pichler: Da waren wir schon mitten in den Überlegungen, was das fĂŒr uns bedeuten wird und welche vorbeugenden Maßnah- men es fĂŒr unser Haus zu treffen gilt, um Infektionen zu vermeiden. Es war fĂŒr uns schon vor der WHO-ErklĂ€rung klar, dass das Virus uns ziemlich betreffen wird. Platzer: Wann etwa war Ihnen das bereits bewusst? Pichler: Die erste Dienstbesprechung dazu hat es schon Anfang MĂ€rz gegeben. Da hat es bereits erste Dienstanweisungen fĂŒr die MitarbeiterInnen gegeben. Das Schwierige war, dass es keine validen Informationen und PlĂ€ne gab, wie wir im Haus damit umgehen sollen. Das war eine völlig neue Situa- tion fĂŒr alle Beteiligten. Platzer: Welche Schutzmaßnahmen haben Sie zunĂ€chst fĂŒr sich selbst und Ihre MitarbeiterInnen getroffen? Pichler: Das Allererste war die Anweisung, die eigenen Kontakte zu kontrollieren und Abstand zu halten. Eine Mitarbeiterin war zum Beispiel zu dieser Zeit auf Urlaub in Tirol. Diese ist dann freiwillig 14 Tage zu Hause geblieben. Erst mit der Zeit erhielten wir dann erste Informationen sowie die Auf- forderung, Schutzkleidung zu organisieren. Dann waren wir wochenlang damit beschĂ€ftigt, Desinfektionsmittel, Masken und Schutzkleidung zu organisieren. Das war aber Ă€ußerst schwierig, weil zu diesem Zeitpunkt kaum etwas verfĂŒgbar war. Auch unsere regelmĂ€ĂŸigen Bestellungen wurden auf einmal nicht mehr geliefert. Derler: Alle KollegInnen haben zunĂ€chst ihre notwendigsten per- sönlichen Sachen von zu Hause mit ins Pflegeheim genom- men, denn wir mussten damit rechnen, dort fĂŒr eine gewis- se Zeit isoliert zu werden. Dann haben wir sofort im Ein- gangsbereich eine Art Barriere mit Desinfektionsmöglich- Corona im Pflegeheim. Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis 425 https://doi.org/10.5771/9783748910589, am 02.10.2020, 10:33:08 Open Access - - https://www.nomos-elibrary.de/agb
back to the  book Die Corona-Pandemie - Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise"
Die Corona-Pandemie Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Title
Die Corona-Pandemie
Subtitle
Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise
Authors
Wolfgang Kröll
Johann Platzer
Hans-Walter Ruckenbauer
Editor
Walter Schaupp
Publisher
Nomos Verlagsgesellschaft
Location
Baden-Baden
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7489-1058-9
Size
15.3 x 22.7 cm
Pages
448
Keywords
Philosophie, Theologie, Gesellschaft, Gesundheitssystem, Biopolitik, MenschenwĂŒrde, Bioethik, Intensivmedizin, Gesundheitsethik, Covid-19, Triage, Ethik, Strafrecht und Grundrechte, Krankenhausseelsorge, Spiritual Care, Pflegeheim, Social Distancing
Categories
Coronavirus
Medizin
Recht und Politik
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Corona-Pandemie