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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 242 HERRSCHAFT UND UNTERTAN 15 DeralteSchörgenVeitl, mit seinnarrischenKropf, Erhat imverrathen imAugsburgerSchloß. 16 Jetztgengansauf ihmstrafa, aganzRegiment, Undwansmierwischen, aftwir i z'ambrennt.146 1,4 von einand kenna] auseinanderhalten, unterscheiden 4,4 aba] herunter, herab (‚ ab-her`) 5,1 Ös] ihr 6,3 eng're] eure 7,3 Da wir is] da werde ich sie 9,4 mögts] mögen: vermögen, können 10,4 G'frir] Gefrier: Unverwundbarkeit, Beständigkeit gegen Stiche oder Schüsse; ‚ die Gefrier auflösen`: die Beständigkeit, Festig- keit nehmen 12,1 wie ... wie] hier: je ... desto (je ärger sie es schnalzen hören [von den Schüssen], desto mehrfreutessie)12,2sös]hier: siees13,2Gey]Gebiet,Bezirk14,2selm]selbst14,4kinna]können16,4z'am brennt]zusammengebrannt, zusammengeschossen Vor dem Hintergrund der für die damaligen Verhältnisse hohen publizistischen Auf- merksamkeit, die der Person (bzw. Figur) des Bayrischen Hiasl mit seinem Treiben undnichtzuletztauchmitseinerspektakulärenVerhaftungundHinrichtunggeschenkt wurde, ist die Strophe 11 besonders interessant: Auf zeitgenössischen Stichen wird der Hiasl immer wieder gemeinsam mit einem Jungen und einem riesigen Hund abgebil- det.147 Diese Darstellung – die in der Flugschrift selbst nicht wiedergegeben wird, aber offenbargemeinhinbekanntwar– wird imLiedhierganzoffensichtlichaufgerufen. TrotzderPopularitätdesBayrischenHiaslbeziehensichdieüberliefertenLiedernur selten in so starkem Ausmaß wie im obigen Beispiel auf sein individuelles Schicksal. Vielmehr zeigt ein Blick auf die Überlieferung, dass sich in ähnlich gestalteten, zum Teil auch früheren Liedern – teilweise als Varianten desselben Lieds – neben dem Na- men des Bayrischen Hiasl auch Bezeichnungen wie „ Salzburger Bauer“ 148, „ Schrägel- Thomerl“ 149 oder „ Tyroler-Fränzel“ nden. All diese Wildererlieder greifen also auf einen bestehenden Form- und Motivschatz zurück. Dabei lassen sich nach Frenzel zwei wichtige Schemata unterscheiden: Einmal der Typ des Rollenlieds, dem der obige Text entspricht und in dem der Wilderer in der ersten Person die Vorzüge des Wildschüt- zenlebens und seine Taten preist. Der zweite Typ kann mit Frenzel als eine Art „ Wild- schützenballade“ charakterisiert werden,„ in derder Besuchdes Wildschützenbei einer Sennerin,einÜberfalldurchdieJäger,derenNiederlageundVerspottungsowiederAb- schied von der Sennerin dargestellt wird“ 150. Auch diesem Schema entsprechen einige 146 Zwei neue Lieder. Das Erste: Der Salzburger-Bauer. Bin a Salzburger Bauer, bei etc. Das Zweite: Der bay- rischeHirsel.EinLiedleinzumsingen,gehtetc.DruckvonMenhardt inSteyr. [o.J.]. 147 Vgl. neben Abb.21 auch das Frontispizblatt in: Leben und Ende des berüchtigten Anführers einer Wild- schützenbande, Mathias Klostermayrs, oder des sogenannten Bayerischen Hiesels, aus gerichtlichen Ur- kunden gezogen [...]. Augsburg, Frankfurt und Leipzig bey Jakob Andreas Friedrich. 1772. – Matthias Brentan, vulgo der Bayrische Hiesel nebst seinem Jungen, und Grosen Hunde. Nach dem Leben gezeich- net, G. P. et I. Lorenz Rugendas, Sc. et exc. Aug. V. [Augsburg], [ca.1800]. Frankfurt a.M.: Stadt- und Universitätsbibliothek/EinblattdruckeG.Freytag. 148 SiehedieQuellenangabezumvorigenLied. 149 Zwey schöne Lustige Lieder. Das Erste von dem Schrägel-Thomerl. Das Anderte von dem Jungen Rauff- Jodel. Gedruckt in disem Jahr. [o.O., o.J., ev. Anfang 18.Jh.]; kein Standort bekannt, Edition bei Konrad Mautner: Zwey schöne Lustige Lieder. Das Erste von dem Schrägel-Thomerl. Das Anderte von dem Jun- gen Rauff-Jodel. Gedruckt in disem Jahr. In: Bayerische Hefte für Volkskunde 7 (1920), S.76– 107, hier 78f.). 150 Frenzel,StoffederWeltliteratur,S.336.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Title
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Subtitle
Eine andere Literaturgeschichte
Authors
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
652
Keywords
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800