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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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Page - 263 - in Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte

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INSZENIERUNGEN DES BAUERNLEBENS 263 AlternativlebensmodellemitStöphelsAuflistungderVorteiledesBauernstandsganzim Sinne des Ordogedankens gekontert. Da bereits auch physiokratische Argumente für die Aufwertung des Bauernstands anklingen, dürfte das Lied in die zweite Hälfte des 18. Jahrhundertsgehören: 1Hiesl. JezundkanIchsnihmer leydn, alleweil einBaurzuseyn, andre lebnstäts inFreudn, BeymirschlagtallsUnglickein, nichtsalsSterzundKnödlkochen, undkainRuehdieganzeWochen, Sontaghaistes jeztzahlaus, oder fort insdienerhaus. [...] 2Stöphel. Hießlwas thuestdichvielquällen, einBaur istdererstegwöst, unterallenMenschenSeelen, wiemaninderbibel löst, aft sänterstdieHerrnkemä, grosundklainwiemanswillnehmä, alls zuWasserundzuLand LebtvonunsernBaurnStandt. 4Hiesl. AdamwaralleinaufErden, gabkainSteurundgabnnicht, kuntnit soagschundenwerden, wardieganzeZeitmitFried, jezthaistsabäzalt ihrBaurn, zahlt ihrDieb ihr falscheLauren, nur feinhurtigoder ich laseuchBriglenwiedasVieh. 5Stöphel. Nun,sosagmirwaswöllstweiter, wanstämahlkainBaurmehrbist, Bruederglaubmir, es istgscheider, Bleibein jederwerer ist, Freylich lebngrosseHerrn, alswannsieGott selbstenwärn, Tollundvoll in ihreKröpf, sänddabeydochEsels-köpf. [...] 12Hiesl. Kunt ich lesnraitnschreibn, undvästundtdieCanzley, thät ichP egerhandwerchtreiben, sowär ichvongabenfrey, derfaufkeinRobät fahren, kuntmirhüpschaGeldersparen, hieltmirWundäschöniPferd, wiesaufeinenHerrnkhert. [...] 13Stöphel. BruedäHiesldas laßbleiben, waistwie ieztd-Herrschaftenseyn, LeibundSeelmustehväschreiben, sonstn lastmandichnichtein. thuest indeinerRaittungfehlen, haistdäKerlmußjastehlen, wansänochsoredlichseind istmanihnendannochfeind. 17Beede. Nunsowolnwirunsnicht scheren, bleibmwirwerwirgwesensein. was istamitgrossenHerren, alsä lährerdunstundSchein, wirmitunsernBaurnKitl, BrauchenkainHerrntitl, Baur istBaur,ägsteiffäMann, schautsunsHerrenwohldruman.21 1,5 Sterz] kleinbröckeliges Armeleuteessen aus Buchweizenmehl, Mais-, Roggen- oder Weizengrieß 2,5 aft] dann 12,5 Robät] Frondienst, Fronarbeit, Dienstleistungen, die der Bauer für die Grundherrschaft zu leisten hatte13,5 Raittung]Rechnung,Bilanz17,7 gsteiffä] redlicher,hervorragender Mit ähnlicher Argumentation operiert auch das wohl etwa zur selben Zeit entstan- dene Lied Nix ist übern Baurn-Stand, in dessen selbstbewussten Schlussstrophen sich 21 StiftsbibliothekSt.Florian,XI577A,S.80f., 85f., 88.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Title
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Subtitle
Eine andere Literaturgeschichte
Authors
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
652
Keywords
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800