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9 Das Tlial der Enns.
Mit Filz und Wolle ist der Winter bedeckt,
Die Händ' hat er in den Busen gesteckt.
Zipfert und zapfert ist er, von allerhand Gestalt,
Gleich, wie man den Donner an die Mauer malt.
Vor diesem beutelt's mir mein Haupt,
Wenn er bei der ThĂĽr hereinschaut.
Winter: Ei Sommer, ich hör' dich schon,
Ich mach mich vor dir nicht davon!
Hör' zwar dein Schnattern und Poltern über mich,
Aber Sommer, ich scher' mich nicht um Dich,
Mach' du dich davon, deine Zeit ist aus,
Lass mich schleichen ins Haus.
Und so streiten Sommer und Winter eine Weile fort, bis der Sommer
sich mit den Worten:
Mit dir o Winter kann ich mich nicht vertragen,
Ich will dich nun hinausjagen,
auf den Winter stĂĽrzt und diesen mit Hilfe des Bajazzo hinausprĂĽgelt.
Beim S^ielederji^r Landstände treten ländlich-sittlich costümiert :
Bauer, Edelmann, BĂĽrger und Soldat auf, auch hier beginnt der Bajazzo
das Spiel mit dem Prolog:
Wir bringen Euch ein lustiges Faschingsspiel,
Es höre, Ihr Herren und Frauen, zu — Aver will.
Die vier Landständ', potztausend, sie treten nun auf,
Wir \\rollen jetzt lassen dem Spiel freien Lauf;
Bauer, BĂĽrger, Soldat und Edelmann
Beginnet Euer fröhliches Spiel alsdann!
Bauer: Jetzt ist die lustige Faschingszeit,
Wo jedermann sucht seine Freud.
(Der Bajazzo macht einen Luftsprung.)
Durch seiner Hände Arbeit, Müh' und Fleiß
Muss man leben, Avie man AveiĂź.
Ich nähre den Priester- und auch den Adelsstand,
Die Soldaten und BĂĽrger im ganzen Land;
Von mir kommt alle, alle Nahrung her,
Drum gebürt dem Bauer die größte Ehr!
Edelmann (barsch): Schweig, du Bauer, red nit so viel,
Sonst ich dir einen Herrn zeigen will.
Du kannst nicht ordonnieren und schaffen,
Auch nicht belohnen oder strafen;
Du verstehst kein Recht, noch Polizei,
Dir ist das Krumme Avie das G'rade glei(ch),
Aber der Adel und gelehrte Mann,
Der muss dem Bauer ordonnieren und schaffen an.
Bauer: Hol's der Plunder! Es ist Avolil wahr,
Ihr schaffts einem 's Geld aus dem Beutel gar,
Ihr richt's die Handel (Streitigkeiten), Avie 's Euch thut g'fall'n,
Z'lest muss Avohl der Bauer zahl'n.
Soldat: Wer sagt vom Zahlen? Ich bin hier,
Ich sauf alle Tage Wein und Bier;
Sag an, o Bauer, AVO gehst du hin?
Ich gleich dein Saufbruder bin.
Die eherne Mark
Eine Wanderung durch das steirische Oberland, Volume 2
- Title
- Die eherne Mark
- Subtitle
- Eine Wanderung durch das steirische Oberland
- Volume
- 2
- Author
- Ferdinand Krauss
- Publisher
- Leykam
- Location
- Graz
- Date
- 1892-1897
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 14.1 x 20.37 cm
- Pages
- 613
- Keywords
- Steiermark, Heimatkunde
- Categories
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918