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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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K. u. k. Militärbauten als Repräsentanten der Gesamtmonarchie in der siebenbürgischen ‚Peripherie‘ 217 Debatten beherrschte. Ihre verfas- sungsmäßig gewährte sprachliche und kulturelle Autonomie sahen die Nationalitäten durch eine als Mag- yarisierung empfundene staatliche Politik bedroht und erhofften sich vom Monarchen in Wien Fürspra- che. Nur vier Wochen nach dem Besuch des Erzherzogs und der Ein- weihung des Kommandogebäudes überbrachte eine Gruppe politischer Führer der Siebenbürger Rumänen, darunter zahlreiche Hermannstäd- ter, ein entsprechendes Memorandum an den Kaiser und wurden in der Folge durch ein ungarisches Gericht wegen staatsfeindlicher Agitation verurteilt und inhaftiert.45 Vor dem Hintergrund dieser Konflikte wäre eine architektonische Repräsentation der Gesamtmonarchie in den Neubauten auch als ein tagespolitisches Statement seitens der Stadtvertretung gegenüber der ungarischen Regierung zu verstehen. Betrachtet man die gesammelten Anhaltspunkte in der Gesamtschau, so lässt sich im Fall des Korpskommandogebäudes durchaus konstatieren, dass sich Gesamtmon- archie und Dynastie in dessen Baukonzept repräsentiert finden konnten – und zwar primär durch Verweise auf Architektur in und Stilkonzepte aus der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien (unter Umgehung der Hauptstadt des ungarischen Staates). Die Rezeption von Wiener Repräsentationsstrategien erfolgte nahezu ohne zeitliche Ver- zögerungen, wurde jedoch, was nationale und konfessionelle Identitätskonzepte an- geht, auf die örtlichen Verhältnisse abgestimmt, um integrativ auf Zivilbevölkerung und Militär in Siebenbürgen wirken zu können. Dies geschah durch die überformende Einbindung des zentralen Signifikants, der Eckgestaltung nach Vorbild der barocken Winterreitschul-Nordfassade der Hofburg, in ein primär mit italienischen Renais- sanceformen arbeitendes Gestaltungskonzept. Eine solche Neorenaissance konnte im damaligen Kontext als konfessionell neutral aufgefasst und generell variabler gedeu- Abbildung 8: Ernst Lindner und Theodor Schreier, Residenz des k. u. k. Korpskommandanten, Hermannstadt, 1902–1904.
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Title
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Subtitle
1618–1918
Editor
Werner Telesko
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
448
Categories
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