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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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Das Ohr des Fürsten 255 deutlich, dass dessen Präsenz in der unmittelbaren Nähe des Kaisers nach dem März 1722 zunahm und diese 1725 durch den Abschluss des Friedens mit Spanien noch- mals eine deutliche Steigerung erfuhr (1720: 15-mal; 1721: 29-mal; 1722: 46-mal; 1723: 52-mal; 1724: 79-mal; 1725: 106-mal). Auch dieser war bereits in Barcelona im Umfeld König Karls gewesen. Mehrfach beriet sich der Kaiser mit diesem im Un- tersuchungszeitraum ‚vill‘ oder ‚lang‘. Die verhältnismäßig geringen Nennungen des Präsidenten des spanischen Rats, Antonio Folch de Cardona (1657–1724), Erzbischof von Valencia, belegen das von diesem in der Forschung gezeichnete Bild, dass er sich vom Hof eher zurückzog und nur bei den notwendigen Anlässen erschien. Dies ist insbesondere im Vergleich mit Perlas auffällig. Ein weiterer Profiteur nach dem Tod Althanns war Hofkanzler Phil- ipp Ludwig Graf Sinzendorf (1671–1744), was seine Nennung in den Tagebüchern und der daraus abzuleitende Zugang zum Kaiser belegen. Vermehrte Hinweise auf ihn und auch auf Perlas im Jahr 1725 sind sicherlich im Kontext mit der Einigung mit Spanien im Zuge des Wiener Friedens zu sehen. „War Sinzendorf für dieses Bündnis Initiator, so waren die Spanier am Kaiserhof dessen begeisterte Fürsprecher.“9 Auch der Reichsvizekanzler Friedrich Graf von Schönborn (1674–1746) wird in den spä- teren Jahren des Untersuchungszeitraums häufig genannt, seine Erwähnungen fallen aber etwa im Vergleich zu jenen des Hofkanzlers beträchtlich ab, was zumindest eine geringere Einflussmöglichkeit nahelegt. Betrachtet man die Nennungen des Prinzen Eugen (1663–1736), muss betont werden, dass gerade die Jahre 1720–1725 einige Krisen in den Beziehungen zwischen ihm und dem Hof bzw. dem Kaiser brachten. War die Affäre Nimptsch-Tedeschi 1719 gerade ausgestanden, folgte stete Kritik an der Generalstatthalterschaft Prinz Eugens in den Österreichischen Niederlanden bzw. vielmehr an seinem dortigen Stellvertreter Marquis de Prié (1658–1726). Schließlich führten die unverhohlenen und scharfen Aussagen Alexanders Graf Bonneval (1675–1747) über Prié zu dessen Sturz mit Haft in der Festung Spielberg in Brünn, aber auch zur Renunziation des Statthalteramts durch Prinz Eugen.10 In den Einträgen zu Prinz Eugen wird durchaus Kritik des Kaisers an seinem Be- rater spürbar. So notierte Karl VI. am 26. Mai 1722: „pri[nz] r[e]den, nahr [Narr?], neg[otia]“. In diesem Jahr kam es etwa zu Unstimmigkeiten bei der Bestellung Kardi- nal Althanns (1680–1734) zum Vizekönig in Neapel, und der Prinz sah sich laufen- der Kritik wegen Truppensoldzahlungen ausgesetzt.11 Gleichzeitig vermerkte Karl VI. an mehreren Stellen sein Bemühen um das Verbleiben des Prinzen im Amt. 1725 ist wieder ein Anstieg der Erwähnungen in den Notizen bemerkbar: Eugen wurde also regelmäßig zu Rate gezogen und konnte sich den Zugang und das Vertrauen des Kaisers trotz der Krisen und Intrigen um ihn bewahren.
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Title
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Subtitle
1618–1918
Editor
Werner Telesko
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
448
Categories
Geschichte Vor 1918
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur