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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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274 Sektion III: Netzwerke Wochen danach vollzog Schrattenbach seinen öffentlichen Einzug, daran anschlie- ßend bekam er im päpstlichen Konsistorium den Kardinalshut und wurde zum Kom- protektor der (österreichischen) Erbländer ernannt. Am 8. Jänner 1715 übernahm er seine Titularkirche San Marcello auf dem Corso.42 Graf Gallas konnte seine Reputation erst fast ein Jahr später verbessern, als er am 2. August 1715 schließlich mit seinem neuen „manifico e sontuoso Treno“ ganz Rom in Staunen versetzte.43 Aufgrund der ausführlichen Beschreibung seiner Kutschen kann man annehmen, dass diese den erhaltenen Kutschen des portugiesischen Abge- sandten aus demselben Jahr sehr ähnlich sahen. Die Bekleidung des livrierten Perso- nals wurde mit Silber gewebt, die Pferdegeschirre waren aus vergoldetem Brokat. Der Treno bestand aus vier Sechsergespannen und zehn Zweiergespannen. Die ersten vier Kutschen wurden mit monumentalen, vergoldeten Skulpturen und kostbaren Texti- lien verziert. Der erste Wagen (stufiglia), den man auf 50.000 Fiorini schätzte, fuhr obligat leer. Er war mit blauem Samt gepolstert und mit allegorischen Figuren der Minerva, der Aufklärung, der Barmherzigkeit und des Großmuts sowie im oberen Teil mit Putten, Lorbeerzweigen und dem kaiserlichen Adler dekoriert. Der zweite Wagen, jener des Botschafters selbst, war mit goldenem Brokat ausgeschlagen und mit Allegorien auf den Sieg des Friedens über den Krieg sowie Figuren von Herkules, Merkur und der Victoria mit Palmenzweig verziert. Den oberen Abschluss bildete die kaiserliche Krone. Die dritte Kutsche tapezierte man mit rotem Samt und wählte Personifikationen der Aufklärung, des gekrönten Ruhms und der Unsterblichkeit. Der vierte Wagen war mit grünem Samt ausgestattet und mit Putti mit Lorbeerkrän- zen dekoriert. Graf Gallas übertraf damit angeblich „alles, was man je in Rom sehen konnte“.44 Der Palast Im Gegensatz zu den spanischen und venezianischen Gesandten oder auch zu den toskanischen Großherzogen besaßen die kaiserlichen Botschafter in Rom kein ständi- ges Domizil. Dieses Faktum stellte – praktisch wie zeremoniell gesehen – ein Manko dar. Jeder Botschafter war daher auf eine ad hoc ausgehandelte und sehr aufwändige Anmietung angewiesen. Finanziell sowie logistisch herausfordernd war auch die not- wendige Einrichtung solcher gemieteten Unterkünfte, die man am Ende jeder Mis- sion wieder komplett verkaufte. Eine optimale Residenz sollte die Ansprüche an er- wünschte Stattlichkeit, an großzügige Geräumigkeit und vor allem an eine passende Lage erfüllen. Nach solchen, diesen Kriterien entsprechenden Gebäuden herrschte in der Ewigen Stadt immer eine erhebliche Nachfrage. Im Hinblick auf den Status einer autonomen diplomatischen Jurisdiktion (luogo di rispetto), den die römischen
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Title
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Subtitle
1618–1918
Editor
Werner Telesko
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
448
Categories
Geschichte Vor 1918
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