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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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Musikdramatische Aufführungen als Spiegel musikalischer Feste am Wiener Kaiserhof 285 schen Adeligen, dass sie sich im Winter meist in Brünn aufhielten, dem Sitz der Lan- desbehörden, die Sommermonate aber großteils auf ihren Landsitzen verbrachten, wo sie sich gegenseitig besuchten oder einander bei verschiedenen Unterhaltungen trafen. Sehr oft organisierten sie auch musikdramatische Veranstaltungen (Opern, Serenaten, Komödien), bei denen sie manchmal selbst auftraten. Vor allem ab den 1730er-Jahren haben sich die Kontakte zwischen den musikliebenden Adeligen in Mähren intensiviert, wobei Jarmeritz, eine kleinere Stadt in Südmähren und Haupt- sitz des Grafen Johann Adam von Questenberg (1678–1752), eine zentrale Rolle in dieser mährischen Adelskultur spielte. Einen interessanten Beleg für die Musikkultur in Jarmeritz bietet ein Brief von Johann Nepomuk Graf von Ugarte aus dem Jahr 1739, in dem er über die eine ganze Woche [!] andauernden Feierlichkeiten anlässlich des Namenstags von Questenbergs Gattin Maria Antonia (geb. Kaunitz) schrieb. Diese Dauer einer Namenstagsfeier wäre selbst am Kaiserhof in Wien zu dieser Zeit als außergewöhnlich festlich angesehen worden. Bei diesem Fest führten auch die Adeligen selbst französische Komödien auf: „[...] allwo in großer Compagnie das fest antonÿ als der haus frau Nahmens tag Celebriert worden ist, [...] wir seynd alle oder doch die meisten durch gantze 8 täge da geblieben, es seynd fünferley frantzösische Comedien durch Cavaliers und Damesen nebst seinen ordinary operen representiert worden, [...].“3 Dem Brief ist eine Liste der Teilnehmer beigelegt, die Einblick in das – wohl nicht nur kulturelle – Netzwerk des mährischen Adels gibt (Abb.1): • Johann Nepomuk Graf von Ugarte selbst und seine Frau Maria Maximiliane Wil- helmine, geb. de Souches (sie trat am kaiserlichen Hof in Wien im Ballett bei der bekannten Aufführung von Caldaras Euristeo im Mai 1724 auf, dann auch 1732 in Jarmeritz in L’Elezione d’Antioco in rè della Siria von Ignazio Maria Conti)4; • Wenzel Anton Graf von Kaunitz (Bruder von Maria Antonia von Questenberg und künftiger Staatskanzler Maria Theresias); • Maria Eleonore und Ludwig von Kaunitz, die Geschwister von Wenzel Anton Kaunitz; • Franz Anton von Schrattenbach, der Neffe des zu dieser Zeit schon verstorbenen musikliebenden Olmützer Bischofs Wolfgang Hannibal von Schrattenbach, Verwalter des Familien-Fideikomisses (einschließlich der Güter in der Steiermark) und in den 1740er-Jahren eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in Mähren5; • Joseph von Guyard, Graf von Saint-Julien; • Konstantin Joachim Graf von Gatterburg, Musikliebhaber der Herrschaft Hostim/ Hosting (unweit von Jarmeritz);
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Title
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Subtitle
1618–1918
Editor
Werner Telesko
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
448
Categories
Geschichte Vor 1918
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