Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Page - 312 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 312 - in Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918

Image of the Page - 312 -

Image of the Page - 312 - in Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918

Text of the Page - 312 -

312 Sektion IV: Zeremonielle Räume und die „Öffentlichkeiten“ Ersichtlich wird musikalischer ‚Imperialstil‘ als ein im Hintergrund wirksames ideel- les Gerüst, das aber in seiner tatsächlichen Ausprägung von den Vorgaben liturgischer Verläufe bestimmt wurde. Ihm zu folgen verweist in ein Konzept der musical servitude, das Harry White herausgearbeitet hat und das den Komponisten – wie es auch in Fux’ musiktheoretischem Lehrwerk Gradus ad Parnassum (FuxWV I.1.1) vermittelt wird – als Diener eines dynastischen Anspruchs verortet, der überdies vom Gottesgnadentum des Kaisers im Heiligen Römischen Reich angeleitet wird.16 Daraus ergeben sich Koordinaten einer systemlich angeordneten Kirchenmusik, und so gesehen besitzt die Herrschertu- gend der Pietas Austriaca17 eine über die Grenzen des Reichs hinaus, nämlich zum Papst- tum weisende legitimatorische Funktion. Das Sujet der sogenannten ‚Krönungsoper‘ Costanza e Fortezza (FuxWV II.2.18) gewinnt auf diese Weise eine doppelte symbolische Dimension, verbindet es doch die Vorzüge der habsburgischen Dynastie ideell zugleich mit den Wurzeln christlicher Tugendhaftigkeit. Darüber hinaus verweist indes Elisabeth Hilschers (anhand von Überlegungen zum Zeremoniell getroffene) Feststellung, dass sich der sogenannte ‚Imperialstil‘ „über die spezifische Aufführungssituation im höfisch- imperialen Kontext definierte“18 – wie die Quellen verdeutlichen ‒ zurecht auf eine be- wusst singuläre Positionierung des Repertoires wie der Aufführungsgewohnheiten der Wiener Hofmusikkapelle auch in der zeitgenössischen kirchenmusikalischen Praxis. Drei Beispiele sollen dies im Folgenden untermauern.19 Beispiel 1: Die Messvertonungen von Johann Joseph Fux in ausgewählter klösterlicher Überlieferung im Vergleich zum Bestand im Fundus der Wiener Hofmusikkapelle Nur zeitgenössische Bestände verzeichnet. Sigel nach RISM. Werknummern nach Köchel (K), Liess (L) und Federhofer/Riedel (E für Ergänzung, Z für zweifelhaftes Werk).20 Verlorengegangene, aber durch ein erhaltenes Titelblatt oder frühere Quellenaufnahme nachzuweisende Bestände sind durch (V), fälschlich Fux zugeschriebene Werke durch (F) gekennzeichnet.21 A- KR H SEI GÖ Ws Wm Wp LA M HE KN L Wn ges. K 1 (F) x 1 K 4 x 1 K 6 x x 2 K 7 x x 2 K 8 x x 2 K 11 x 1 K 12 x x 2
back to the  book Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918"
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Title
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Subtitle
1618–1918
Editor
Werner Telesko
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
448
Categories
Geschichte Vor 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur