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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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378 Sektion IV: Zeremonielle Räume und die „Öffentlichkeiten“ Um die kroatische Selbstdarstellung zusätzlich zu verringern, genehmigten die kroatische Landesregierung beispielsweise serbische Fahnen auf den orthodoxen Kir- chen, aber auch auf Privathäusern und Geschäften – im Bewusstsein, dass diese von den kroatisch nationalgesinnten Bürgern und besonders von der Jugend als Provo- kation gesehen werden würden.35 Dieses gefährliche politische Spiel führte bald zu großen Problemen: Polizeiinterventionen, Angriffe auf die serbisch-orthodoxe Kir- che, Krawalle, zerbrochene Kirchen- und Schaufenster der serbischen Geschäfte und schließlich noch eine eskalierende Situation, deren persönlicher Zeuge Franz Joseph wurde. All das zusammen machte die Situation des Banus sehr kompliziert. Natürlich findet man bei den Festlichkeiten auch verschiedene kroatisch-national geprägte Elemente, die zur gleichen Zeit dynastische Loyalität und kroatische Identi- tät repräsentierten. Besonders Izidor Kršnjavi bemühte sich, mehrere Kulturereignisse für den König zu organisieren, die von kroatischen Künstlern und Musikern gestaltet wurden. Dazu gehörte beispielsweise eine kleinere Ausstellung der bildenden Künste, wo Maler wie Vlaho Bukovac, Celestin Medović, Oton Iveković oder Bildhauer wie Robert Mihanović Frangeš den König auch persönlich mit ihren Werken bekannt- machten und Subventionen von Seiten des Kaiserhauses besprochen werden konn- ten. Wenig später erhielt Frangeš ein Stipendium für Paris bei Auguste Rodin36 und Vlaho Bukovac eine Einladung, den Monarchen selbst zu porträtieren (Abb. 6).37 Weil gerade die festliche Eröffnung des neuen Theatergebäudes als ein wichtiger Eckpfeiler der ganzen Kaiserreise geplant war, beteiligte sich der Intendant des Nati- onaltheaters Stjepan Miletić bei der Erstellung des Programms besonders engagiert. Seine Vision der Inszenierung aller festlichen Momente, die das Nationaltheater be- trafen, also die feierliche Eröffnung, die Besichtigung des Theaters mit Begleitung der Architekten und Baumeister, die Besichtigung der Bühne und des Theaterpersonals sowie auch die erste Aufführung mit Franz Joseph als Ehrengast, war im Grunde national-kroatisch geprägt. Dazu fügten sich natürlich Elemente des Kaiserkults, des dynastischen Patriotismus und der traditionellen kroatischen Kaisertreue. Vlaho Bu- kovac bemalte den großen Vorhang für die Bühne mit Symbolen und Personen der kroatischen Nationalbewegung. Der Vorhang sollte den ersten Akt der Aufführung (mit Protagonisten aus der Illyrischen Nationalbewegung) ergänzen. Aber nach ei- ner Intervention der Landesregierung wurde dieser Akt verboten. Dennoch wurden Die Weihe der Kunst. Szenischer Prolog in drei Bildern von Stjepan Miletić und ein Bruchstück aus der Oper Nikola Šubić Zrinski von Ivan Zajc aufgeführt. Nach der Aufführung lobte Franz Joseph das Theaterprogramm. Darin integriert waren aller- lei patriotische Elemente sowie Elemente der typisch kroatischen Identität: neben einer Franz-Josephs-Büste auf der Bühne und den dynastischen Farben traten auch slawische Feen und kroatische Offiziere auf, die gegen die osmanischen Janitscharen
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Title
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Subtitle
1618–1918
Editor
Werner Telesko
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
448
Categories
Geschichte Vor 1918
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