Page - 224 - in Die Süddeutsche Küche - auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
Image of the Page - 224 -
Text of the Page - 224 -
224
nolen und fein geschnittene Mandeln darüber, rollt ihn zusammen, legt ihn lang
aus oder schneckenförmig auf das Blech, oder in eine Rein, und läßt ihn wieder
aufgehen. Gebacken bestreut man ihn mit Zucker. -
. Gefüllte Krebs-Wandeln.
Man treibt ^ Pfund Krebsbutter mit 3 Dottern und 1 Ei ab, gibt
1 Loth Germ, '/z Seidel Obers und so viel Mehl dazu, daß ein ziemlich wei-
cher Teig wird, den man salzt und damit den Boden und die Seiten der mit
Krebsbutter ausgeschmierten Wandel bedeckt. Darauf gibt man die Fülle, be-
deckt diese mit Germteig und läßt ihn gehen.
Die Fülle besteht aus Brieß, Kalbseuter, Krebsfleisch, Schwämmen und
Erbsen, wie zu Ragout überkocht, klein gehackt (mit Ausnahme der Erbsen) und
mit Krebsbutter abgedünstet.
An einem Fasttag von Fischfleisch und Karpfcnmilch.
Böhmische Dalken (Liwanzen).
1 Seidel Mehl, 2 Dotter, ^ Loth Germ, und beinahe 1 Seidel laue
Milch, sprudelt man recht gut ab. (Es muß in der Dicke eines Schmarnteiges
sein.) Dann mischt man den Schnee der 2 Eier dazu und läßt sie gut gehen.
Indessen stellt man die Dalkenrein auf, gibt in jede Vertiefung einen
kleinen Eßlöffel voll Schmalz und läßt es heiß werden. Vom Teige gibt
man 1 Löffel voll in jede Vertiefung und bäckt sie nicht zu gäh. Wenn sie
unten schön gelb sind, dreht man sie mit einer Gabel um, und gibt, wenn es
noch thut, etwas Schmalz nach, und in jede leer gewordene Vertiefung gleich
wieder, Schmalz und Teig.
Man füllt 2 und 2 mit Powidel oder Salse von Zwetschken zusammen,
legt sie auf die Schüssel und streut Zucker oder geriebenen Lebkuchen darauf,
oder man gibt mit Waffer aufgekochte Ribiselsalse in besonderer Schale dazu.
Klaub-Nudeln.
Man macht abgeschlagenen Teig von 12 Loth Mehl, 2 Dottern, 2 Loth
Butter, 3/4 Loth Germ, ^ Seidel Obers, Zucker und Salz. Wenn er gegan-
gen ist, streicht man den Model mit etwas Krebsbutter aus, und zerläßt solche.
Mit einem Eßlöffel faßt mau den Teig nußgroß heraus, und dreht jede solche
Nudel in die Krebsbutter, dann legt man sie in den Model, bis er mehr als
halb voll ist, läßt sie noch gehen und bäckt es.
Gestürzt kann man gezuckertes Obers, mit Dottern abgesprudelt, beson-
ders dazu geben.
Oder: Man macht den Teig nur von Mchl, Germ, Obers, Salz und
gestoßenem Anis. Er wird ausgetrieben zu kreuzergroßen Krapfeln ausgesto-
chen. Man belegt damit den Boden des Models, bestreicht jede Reihe mit
Krebsbutter und streut Zucker und Zimmt darauf. Die letzte Lage mit Krebs-
butter bestrichen und mit Zucker bestreut, wird es gebacken, nachdem es gut
gegangen ist.
O d er: Von Teig, wie bei denWuchteln angegeben,Krapfeln ausstechen,
und jede Lage mit fein geschnittenen Mandeln und Rosinen, Zucker und Zimmt
gemischt, bestreuen.
Die Süddeutsche Küche
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Title
- Die Süddeutsche Küche
- Subtitle
- auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Author
- Katharina Prato
- Publisher
- U. Leykam's Erben
- Location
- Graz
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 37.2 x 65.9 cm
- Pages
- 350
- Keywords
- Kochbücher, Kochen, Rezepte
- Category
- Küche und Garten