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Krebs-Wuchteln.
Abgeschlagenen Teig von V2 Pfund Mehl, 4 bis 6 Loth Butter, 4 Dot-
tern, 1 Löffel Zucker, 1 Loth Germ, '/j Seidel Obers, Salz, treibt man 2
Finger dick aus, sobald er ansängt zu gehen, sticht ihn mit einem Krapfcnstecher
ab/legt die Krapseln in eine mit Krebsbutter ausgeschmierte Rein, und be-
streicht jedes rund herum mit zerlassener Krebsbuttcr.
Gefüllte Wuchtclu oder Wespennest.
Voll 1V2 Seidel Mehl, 1 Loth Butter, 1 Ei, 1 Dotter, Salz, Zucker,
1 Loth Germ, Obers, was es braucht, macht man einen abgeschlagenen Teig
und läßt ihn gehen. Dann treibt man ihn halb singerdick aus, schneidet ihn zu
viereckigen Fleckchen, und bestreicht diese mit Salse, Powidel oder Honigfülle,
mit Mohn oder Nüssen (Seite 42), oder mit Butter, und streut Rosinen und
Korinthen darauf und rollt die Fleckchen zusammen. Man stellt diese Würst-
chen in die Rein und bestreicht sie nmd herum mit Butter.
Wenn sie wieder gegangen sind, bestreicht man sie oben mit Butter und
bäckt sie.
O,d e r: Man stellt sie auf ein Blech, bestreicht diese, mit einer Mischung
von Rosenwasser, Zucker und einem Stückchen Butter, welches man aufkochen
läßt, und gibt sie zum Thee.
Fasching-Krapfen.
I n 1/2 Pfund Mehl gibt man 1 Loth Germ, 4 Dotter und 1 Löffel
Zucker (1 Eßlöffel Num, was gut, aber nicht notwendig ist), schaumig ge-
sprudelt, 3 Loth Butter zerlassen, mit ^ Seidel Obers und etwas Salz.
Wenn der Teig recht gut abgeschlagen ist, nimmt man ihn auf das warme,
bemehlte Brett, treibt ihn aus oder drückt ihn mit der Hand flach, und sticht
thalergroße Fleckchen ab. Man gibt eine Messerspitze voll Marillen- oder Him-
beersalse in die Mitte derselben, und deckt andere so darauf, daß die bemchlte
Seite auf die Salse kömmt.
Wenn der ganze Teig so ausgestochen ist, nimmt man einen etwas
kleineren Krapfenstechcr und sticht jeden damit ab, daß der Rand rund herum
gefaßt wird. Diesen Teig macht man wieder zusammen und verfahrt wie
rüher. Wenn er zn fest wird, schlagt man ihn mit etwas lauem Obers wie-
>er ab.
Die Krapfen legt man auf ein bcmehttes Tuch und deckt sie damit auch
zu, und stellt sie an einen warmen, vor Luftzug geschützten Ort.
Wenn sie anfangen zu gehen, läßt man Rindschmalz in einer eisernen
Rein, 2 Finger tief, heiß werden; wie es beim backen (Seite 31) angegeben.
Wenn sie recht gut gegangen sind, legt man die Krapfen mit der obern
Seite in das Schmalz (aber nicht zu viele auf einmal), deckt die Rein zu, bis
das Schmalz zu zischen anfängt, wo es Zeit ist, sie umzukehren, was mau mit
einem Hölzchen thun soll. Nun deckt man sie nicht mehr zu. und wenn sie auch
auf der zweiten Seite schön gelb sind, faßt man sie mit dem Vacklöffel in ein
mit Fließpapier belegtes Sieb. Man bestreut sie auf der schönen Seite mit
Zucker, dem man Vanillegeruch beimischen kann, gibt sie auf eine mit einer
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Die Süddeutsche Küche
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Title
- Die Süddeutsche Küche
- Subtitle
- auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Author
- Katharina Prato
- Publisher
- U. Leykam's Erben
- Location
- Graz
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 37.2 x 65.9 cm
- Pages
- 350
- Keywords
- Kochbücher, Kochen, Rezepte
- Category
- Küche und Garten