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Kastanien. Um sie lange zu erhalten, soll man sie in ihrer grünen
Hülle lassen, wo sie bis zum Frühjahre frisch bleiben. Auch werden sie im
Backofen gedörrt.
Limonien. Jedes Stück wird in Papier eingemacht, in einen neuen
Topf gelegt, und auf jede Lage eine Hand voll recht trockenes Salz gestreut.
Zugedeckt an einen kühlen Ort gestellt, bleiben sie Monate lang frisch.
eint rauben. Nachdem der Thau abgetrocknet ist, vom Stocke ge-
schnitten und gleich in ein frostfreies Lokale gebracht, wo man sie an Fäden
aufhängt, aber diese bei der Spitze anbindet, erhalten sie sich bis zum Früh-
jahre. Uebertragene oder geführte werden eben so aufgebunden, halten sich
aber nicht lange.
Gedörrtes Obst.
Recht reifes Obst, vorzüglich Zwetschken, Prunellen, Kirschen, Weichseln,
Birnen legt man nicht zu dicht an einander auf die Dörrbrctter, (meistens von
Weiden geflochten) oder auf das mit Papier belegte Blech, und stellt sie nach dem
Brotbacken in den Ofen oder nach dem Abhcizen in das Sparherdrohr. Man
gibt sie, wenn der Ofen ganz erkaltet ist, an die Luft und den folgenden Tag
wieder in den Ofen, bis die öfters umgekehrten Früchte trocken genug sind, wo
man sie gegen Staub geschützt, an einen luftigen Ort aufhebt.
Aepsel und Pfirsiche, die man auch schälen kann, werden zu Spalten
geschnitten, getrocknet.
Gedrücktes Obst.
Weichseln und Zwetschken. Recht reife große Weichseln löst
man von den Stielen, legt sie auf die Dörrbretter, und gibt sie nach dem Brot-
backen in den Ofen oder auf das mit Papier belegte Blech und gibt sie Nach-
mittags in das Sparherdrohr. Wenn sie schon so trocken sind, daß sie keinen
Saft mehr haben, löst man die Steine aus und drückt 2 oder 3 Weichseln mit
den Fingern zusammen, damit sie breit werden. Darauf trocknet man sie noch
einige Stunden und bestreut sie mit Zucker, so lange sie noch warm sind. Wenn
sie erkaltet sind, hebt man sie in Schachteln auf.
Recht reife Zwetschken schält man, löst die Steine aus, trocknet und drückt
sie wie die Weichseln.
Birnen. Gute Birnen werden geschält (der Stiel muß daran bleiben),
dann übersicdct man sie in Zuckerwasser, bis sie weich sind und läßt sie auf
einem Sieb oder Tuch abtropfen. Dann trocknet man sie wie die Weichseln
und drückt sie zwischen zwei glatten Brettchen etwas breit.
So trocknet und preßt man sie abwechselnd, bis sie ungefähr Vz Zoll dick
und schön trocken sind. Zuletzt werden sie ebenfalls mit Zucker bestreut.
Oder: Man kocht die Schalen mit Wasser, preßt den Saft ans, läßt
ihn dicklich einlochen und taucht die Birnen während dem Trocknen öfters ein,
nachdem man sie breitgedrückt hat.
Pfirsiche. Reife Pfirsiche werden geschält, gespalten, die Steine aus-
genommen und in einen kühlen Ofen gegeben.
Die Süddeutsche Küche
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Title
- Die Süddeutsche Küche
- Subtitle
- auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Author
- Katharina Prato
- Publisher
- U. Leykam's Erben
- Location
- Graz
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 37.2 x 65.9 cm
- Pages
- 350
- Keywords
- Kochbücher, Kochen, Rezepte
- Category
- Küche und Garten