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Von Bertram werden die Blätter von den Stengeln gepflückt, in den
Essig
ssegeben,
die Flasche halb mit den Blättern gefüllt. Ist er dann zu stark
schmeckend, so kann man andern dazu geben. Zu kalten und warmen Saucen,
Salat u. dgl.
Gemüse und Wurzeln aufzubewahren.
Wintergemüse seht man in einem lustigen frostfreien Keller in Erde
ein, wie sie im Garten stehen, aber nahe nebeneinander und sieht steißig nach,
um faulendes nicht unter dem gnten zu lassen.
Peters i l ie , von der man im Winter Kraut braucht, läßt man im
Freien oder setzt sie in Töpfe.
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Von Sproßenkohl wird die Spitze abgebrochen, worauf er den
ganzen Winter im Keller eingesetzt, oder im Freien gelassen, die kleinen Köpf-
chen treibt.
Krauskoh l bis zu den untern Blättern eingegraben, treibt im Früh-
jähre die kleinen Blätter.
D ie Rosen von Ka r f i o l (Blumenkohl, Käsekohl) kann man au
einer Schnur verkehrt hängend in frostfreier Kammer lange erhalten. Die noch
kleine Scheiben haben, setzt man mit den Wurzeln im Keller ein, stutzt die
Blätter halb ab, und gibt bei gelinder Witterung fleißig Luft.
Zwiebe l , Schalot ten, Knoblauch in der Sonne gut getrocknet,
zu Kränzen geflochten, hebt man an einem trockenen ftostfreien Orte auf.
Von Rüben al ler Ar t schneidet man das Kraut und die feinen
Wurzeln weg und schichtet sie im Keller auf Haufen oder wenn Nauni ist, gräbt
man sie in trockenen Sand reihenweise ein, daß die obere Seite ein wenig
heraussieht.
Erdäpfe l ausgesucht auf Haufen geschüttet kann man mit Kohlenstaub
überschütten. in dem sie sich sehr gut halten. Ihre Keime im Frühjahre thut
man weg. Wenn kein Frost mehr zu befürchten ist, schüttet MW sie auf den
Dachboden, wo sie zwar zusammenschrumpfen aber lange genießbar bleiben.
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Sauerkraut. Das feste Kopfkraut wirft man nuter einem Dache auf
Haufen und läßt es wenigstens 8 Tage abliegen. Dann wird es geputzt der
Strunk ausgeschnitten, halbirt und auf dem Kraut-Hobel geschnitten. Unter
diesen nimmt man es weg und gibt es auf ausgebreitete Tücher, wo man es mit
Salz bestrcnt. Man gibt es dann in die Kübel, wo es eingetreten wird und
streut auf jede Schichte Kümmel, ganze Wachholderbccren und Quitteusp alten
oder gelbe Erbsen. Wenn es beim Eintreten zu wenig saftig wird, muß man
noch Salz dazu geben. Den Boden der Kübel belegt man mit ganzen Kohl-
blättern, oben bedeckt man das eingetretene Kraut damit oder mit einem Lein-
wandlappen. Man belegt es mit einpassend geschnittenen Brettern, und legt
Steine darauf, die es recht niederschweren. '
Die Süddeutsche Küche
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Title
- Die Süddeutsche Küche
- Subtitle
- auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Author
- Katharina Prato
- Publisher
- U. Leykam's Erben
- Location
- Graz
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 37.2 x 65.9 cm
- Pages
- 350
- Keywords
- Kochbücher, Kochen, Rezepte
- Category
- Küche und Garten