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talisierungist irreführend.Werdigital lernt,mussdies reflektierter tunals
nochunteranalogenBedingungen.DamitwirddieHerausforderungdes
Lernens sichtbarer. Aber gelingen wird das digitale Lernen nur dann,
wennpositive sozialeBeziehungendieses Lernenbestimmen.Ohne ein
Gegenüber,daseinemdenSpiegelvorhält,ohnedabei zuverletzenoder
entmutigen,weißman nicht, vonwemman lernen soll, was zu lernen
lohnt undwie eigene Stärken und Schwächen einzuschätzen sind.Der
sichtbare ,change agent‘wird für das digitale Lernennochwichtiger.
DaherprofitierenvomdigitalenLernengeradediejenigenbesonders
viel, die gelernt haben, bei wem sie zuschauen undmitschreiben oder
mitrechnenmüssen.MOOCswerdenbesonders erfolgreich vonGrup-
penwie Lehrer und Ingenieurinnen genutzt (Emanuel 2013). DieAb-
schlussraten derKurse liegen imMedianwert bei 12,6Prozent bei einer
sehrhohenSchwankungsbreite(Jordan2015).Werzulernengelernthat,
wird in digitalen Lernumwelten besonders gescheit weiter lernen kön-
nen.Das liegt daran, dass Lernen in einer digitalenGesellschaft dieme-
takognitiven Fähigkeiten braucht, das Lernen beobachten zu können,
eine Fähigkeit, die eben nicht von allen eingeübt wird. Das digitale
Lernen tendiert daher dazu, dieKlugenklüger unddie nicht soKlugen
dümmerzumachen,einEffekt,denderÖkonomSherwinRosenschon
Anfang der 80er Jahremit Blick auf die durch neueKommunikations-
technologien ausgelösten Verdichtung von kulturellem und ökonomi-
schemKapital aufWenige als „Superstar-Effekt“bezeichnet hat (Rosen
1981).
Damit nicht nur die schonGescheiten undGelehrten von den er-
weiterten digitalenMöglichkeiten des Lernens profitieren, gibt es eine
ReihevonNotwendigkeiten,umdigitalesLerneneinLernenfürvielezu
machenunddamit selbstverständlich in denLernalltag einzubringen.Es
beginnt mit ganz undigitalen Dingen wie der Ermutigung, dass jeder
LernenkannunddassNeugierdederBeginndesWissens ist, reicht von
den kostenfreien SprachkursenDuolingo, die der guatemaltekische In-
formatiker Louis van Ahn entwickelt hat, über dieOur Story-App der
OpenUniversity zurEntwicklung der narrativenFähigkeiten vonKin-
dern (Kucirkova, Messer & Sheehy 2019) bis zu E-Mailsystemen, die
Eltern indenLernprozess einbinden.Man fasst dieseMöglichkeitendes
Lernens auch unter demBegriff des digitalenGerüstbauens zusammen,
demDigitalScaffolding,dasdensozialenProzessdesLernensunterstützt.
SolchesGerüstbauensetztaufganzunterschiedlichenEbenendesLernens
an, bei denZugängen zumLernen, der Lernunterstützung im engeren
Sinne und bei den weiteren sozialen Umwelten des Lernens, die das
Gibt es digitales Lernen? 83
Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
Einwürfe und Provokationen
- Title
- Was macht die Digitalisierung mit den Hochschulen?
- Subtitle
- Einwürfe und Provokationen
- Authors
- Marko Demantowsky
- Gerhard Lauer
- Robin Schmidt
- Editor
- Bert te Wildt
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Location
- Oldenburg
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-11-067326-5
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 206
- Keywords
- Bildung, Schule, Technik, Universität, Digitalisierung
- Category
- Technik