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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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172 | Dinge – Nutzer – Netze Kommunizierenden und Information heraus weitgehend klar differenzierbar, jedoch keiner Kategorisierung a priori zu unterwerfen sind. Der Akt der prozeduralen, heu- ristischen Unterscheidung von Gegenständen und ihren Zwischenräumen ist für No- vak genau das, was wir im Umgang mit dem Web als das ›browsen‹ bezeichnen: Furthermore, if these objects are not placed in any permanent system of categorization, that is, if as few assumptions are made about what these objects are, beyond their collection of attrib- utes, then it becomes possible to envision cyberspaces created along the parameters of user᾿s needs. Attribute-objects can be gathered and sorted by attributes or combinations of attributes, and these sorted collections can then be mapped onto coordinate axes. An information space can thus be formed, and motion through that space can imply »browsing.« (Ebd.: 236) 3.3.4 Anschauung, Handlung, Raum und Räumlichkeit Wie im ersten Kapitel dieser Studie bereits angeklungen ist, waren solche Überle- gungen zum Raum zum Zeitpunkt der Entstehung von Novaks Cyberspace-Theorie Anfang der 1990er Jahre durchaus nicht neu, und ebenso wenig wurden sie erst mit dem Aufkommen digital-virtueller Medien denkbar. Vielmehr lohnt hier abermals der Blick in die in Michel de Certeaus Kunst des Handelns ausgearbeitete Raumphi- losophie, welche die Räume des kulturellen Handelns ja ebenfalls nicht als vorgefun- dene Settings begreift, die unser Agieren diktieren, sondern sie vielmehr gerade als die impliziten Resultate menschlicher Daseinsäußerungen auffasst: Räume entstehen aus dem Umgang mit und der Bewegung zwischen präexistenten Orten (vgl. Certeau 1988: 217ff.). Übertragen wir diese Kategorien auf den Cyberspace, wie Novak ihn definiert, so stellt sein von den Optionen medialen Ausdrucks aufgeschlossenes Ko- ordinatensystem zunächst nur eine Ansammlung von lokalisierbaren Orten zur Ver- fügung, aus denen Raum erst durch menschlichen Verkehr geschaffen werden kann. Zwei weitere Begrifflichkeiten, mit denen Certeau die Schaffung kultureller Räume beschreibbar zu machen sucht, knüpfen unmittelbar an die Unterscheidung zwischen lieu und espace an und beschreiben Erfahrungsdimensionen des Raumes: auf der ei- nen Seite die »Karte« (carte), auf der anderen die »Strecke« (parcours) (Certeau 1988: 220ff.; vgl. Olek u. Piepiorka 2012: 86f.). Die ›Karte‹ stellt für Certeau einen alle kulturellen Praktiken der Raumstiftung zu umgehen trachtenden Umgang mit nackten, vorgefundenen Orten dar. Karten stre- ben nach einem objektivierten Blick auf räumliche Verhältnismäßigkeiten wie Größe und Distanz von Erscheinungen innerhalb eines gemeinsamen Positionssystems (vgl. Certeau 1988: 222). Karten fallen damit also in die Domäne einer reinen Topologie − wobei natürlich bemerkt werden muss, dass jeder Abbildung eine Intention voraus- geht, und dass im Falle von Karten bereits die Entscheidung zur Abbildung sowie die
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Title
Dinge – Nutzer – Netze
Subtitle
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Author
Dennis Niewerth
Publisher
transcript Verlag
Date
2018
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
428
Keywords
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Category
Medien
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