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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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Das Museum von Babel? | 201 1997 nur die vier marktführenden Suchmaschinen imstande waren, ihre eigenen Webseiten zu finden. Google sollte aus diesem Grunde die bloße Textsuche um ein Verfahren erweitern, das die relative Relevanz von Webseiten beurteilen und seine Treffer danach ordnen konnte (vgl. ebd.: 2f.). Dieses Verfahren bildete das Herz der Google-Websuche und wurde auf den Na- men PageRank getauft ‒ wobei das Wort Page sich hier nicht etwa auf Webseiten, sondern auf die Person Larry Page bezieht. Ganz ähnlich wie der Science Citation Index die Verweisstruktur von wissenschaftlichen Texten auswertet, sollte PageRank die Relevanz von Webseiten aus ihrer Verlinkung herausrechnen. Auch hier galt es, Seiten von hoher Geltung ausfindig zu machen, die ihre Popularität an verlinkte Sei- ten weitergeben (vgl. ebd.: 3f.). Das Gegenstück zum star der Soziometrie bildet in Hypertextgefügen dabei der sogenannte hub ‒ wörtlich eigentlich der ›Verkehrsum- schlagplatz‹ ‒ als eine Seite von hoher Autorität mit vielen ein- und ausgehenden Links (vgl. Mayer 2010: 71). Während in der Soziometrie und beim SCI jedoch ein relativ klares Verständnis davon vorausgesetzt werden konnte, was eine beliebte Per- son oder eine wichtige Veröffentlichung ausmacht, stand Google zunächst vor dem Problem, dass abhängig von den Interessenlagen seiner Nutzer die tatsächliche Rele- vanz einer Webseite stark variieren konnte, selbst wenn diese nach ihrem Verlin- kungsgefüge eigentlich von hoher Wichtigkeit hätte sein müssen. Die funktionale Logik von PageRank sollte aus diesem Grund das Surfverhalten eines angenomme- nen Standard-Users abbilden, der mehr Flaneur als Detektiv war: Google sollte sich, so Brin und Page, wie ein »random surfer« betragen, der ohne ein klar gesetztes Ziel einfach Webseiten ansurft, die ihm gerade interessant erscheinen. PageRank erhebt entsprechend keinen Anspruch darauf, den Verlauf einer längeren Recherche oder einer ausgedehnten Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema antizipieren zu können. Für seine Schöpfer fungiert es vielmehr als ein auf die individuelle Such- situation eingegrenztes »model of user behavior«, welches die unmittelbar nahelie- gendsten Surfentscheidungen identifiziert und anbietet (vgl. Brin & Page 1998: 4). Über das PageRank-Verfahren hinaus sollte sich Google noch einer Anzahl an- derer Tricks bedienen, um junk-Resultate so weit wie möglich zu unterdrücken und Seiten von hoher Relevanz an die Spitze seiner Trefferlisten zu setzen. Eines davon ist der sogenannte anchor text. ›Ankertexte‹ sind der Teil eines in natürlicher Sprache verfassten Webseitentextes, der als Hyperlink fungiert. Eine der Grundfunktionen von HTML ist die Möglichkeit, mittels eines einfachen Skriptbefehls eine We- badresse gewissermaßen in einer Textpassage zu ›verstecken‹, die dann einfach an- geklickt werden kann und die entsprechende Webseite öffnet. Auf diese Art ist es nicht nur möglich, Hyperlinks in Webseiten einzubauen, ohne den Fließtext zu un- terbrechen oder sie in einen separaten Verweisapparat auszulagern. Es kann darüber hinaus einem Link direkt eine bestimmte kulturell lesbare Bedeutung in Schriftspra- che zugewiesen werden. Das komplette System der Querverweise auf Wikipedia
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Title
Dinge – Nutzer – Netze
Subtitle
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Author
Dennis Niewerth
Publisher
transcript Verlag
Date
2018
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
428
Keywords
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Category
Medien
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