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Fallstudien | 321
und Vortragsreihen, Führungen, Veranstaltungen, Publikationen, Anfahrtsmöglich-
keiten usw. –, bietet aber zugleich auch die Möglichkeit, die gesamte reguläre Samm-
lung sowie ausgewählte Stücke aus wechselnden Ausstellungen in Form digitaler
Abbildungen und erklärender Texte zu erforschen. Wer der Aufforderung »Explore
the Collection« folgt, dem bietet sich zu diesem Zweck ein recht sparsames Inter-
face12: Neuerwerbungen des Museums werden, in Form kleiner Ausschnitte auf einer
Leiste, die nach links und rechts gescrollt werden kann, direkt sichtbar gemacht. Als
einzige Form der ›Einbindung‹ des Rezipienten läuft unten auf der Hauptseite der
Sammlung laufend ein kleiner Ticker mit, über den Interessierte sich mittels Twitter
über das Museum unterhalten und Erfahrungen austauschen können.
Der Zugriff auf die eigentliche Sammlung kann auf drei Wegen erfolgen: Der
erste ist die einfache Eingabe eines Suchbegriffes, wie Künstlername oder Werkstitel.
Der zweite ist die Verwendung eines alphabetischen Künstlerverzeichnisses. Der
dritte ist die Navigation eines kategorischen Ordnungssystems, in dem die Exponate
über zwei Größen durchsucht werden können: Über die Objektart bzw. das Medium
(z.B. Gemälde, Photographie, Skulptur oder Keramiken) und über den Gegenstand
der Darstellung (z.B. Mythologie, Religion, Tiere und Pflanzen oder Alltagsszenen).
Diese Kategorien sind ferner noch mit Unterkategorien versehen. Wer ›Keramiken‹
anklickt, kann z.B. auswählen, ob er Vasen, Töpfe oder Trinkschalen sehen möchte.
Wer sich für ›Mythologie‹ entscheidet, hat darüber hinaus die Wahl zwischen mythi-
schen Geschöpfen, Heroen, Sterblichen und Göttern.
Wer ein bestimmtes Objekt anwählt, wird zu einer separaten Seite weitergeleitet,
die nur diesem singulären Ausstellungsstück gewidmet ist und auf kein bestimmtes
anderes mehr verweist. Hier ist das gewählte Objekt als Scan (bei Gemälden und
Fotos) oder Fotografie vor neutralem Hintergrund (z.B. bei Skulpturen) zunächst sehr
klein abgebildet. Die meisten Abbildungen haben etwa 300 Pixel maximale Kanten-
länge und können vom User per Mausklick auf das Doppelte vergrößert werden, so
dass sie auf modernen Monitoren gut zu erkennen, aber nicht zur Anfertigung ge-
druckter Reproduktionen zu gebrauchen sind. Unter der Abbildung befindet sich in
Form des Künstlernamens der einzige Link auf der Seite, nämlich jener zu anderen
Werken des Künstlers. Darunter folgen technische Daten zu Herkunftsland, Ausfüh-
rung, Abmessungen des Originals und das Datum der Aufnahme in die Sammlung
des Getty. Nochmals darunter folgt ein Feld, welches darüber informiert, ob sich das
betreffende Stück augenblicklich in der Ausstellung befindet, und falls ja, an wel-
chem der beiden Getty-Standorte. Erst unter diesen Angaben folgt der erklärende
Text, meist lediglich eine Zusammenfassung des Dargestellten ‒ mit Details, die dem
Betrachter üblicherweise nicht bekannt sein dürften oder auf die er von allein nicht
aufmerksam werden würde. Die Seite zu Louis-Léopold Boillys Bild Eingang zum
Jardin Turc beispielsweise weist den Betrachter darauf hin, dass der Künstler sich im
12 Vgl. http://www.getty.edu/art/ vom 09.09.2015.
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Dinge – Nutzer – Netze
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Title
- Dinge – Nutzer – Netze
- Subtitle
- Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Author
- Dennis Niewerth
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4232-6
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
- Category
- Medien