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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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Fallstudien | 333 Objekte in der Datenbank geschieht nach Epoche, Medientyp, Schlagworten, Perso- nen und Objektgruppen (z.B. ›Plakat‹, ›Postkarte‹, ›Militaria‹). Hier zeigt sich an verschiedenen Ungereimtheiten, wie sehr das LeMO noch in der Entstehung begrif- fen ist: Die Kategorie ›Medien‹ z.B. enthält lediglich das Merkmal ›Fotografie‹, und zu diesem nur zwei Einträge. Zugleich findet sich die ›Fotografie‹ aber auch als Ein- trag in der Kategorie ›Objekte‹ – und macht hier mit 2253 korrespondierenden Inhal- ten fast die Hälfte der Sammlung aus. Darin manifestiert sich das bereits angespro- chene grundsätzliche Problem beim Anlegen musealer Datenbanken: Die Betreiber selbst scheinen sich noch nicht ganz sicher zu sein, welche Merkmale ihrer virtuellen Ausstellungsstücke sie verzeichen und dem Nutzer als Zugriffsmodi anbieten, oder innerhalb welcher Kategorien sie diese Merkmale gruppieren möchten. Hinzu kommt, dass es weder eine kuratierte noch eine automatisierte Methode gibt, Objekte innerhalb der Datenbank miteinander in Verbindung zu bringen. Was nicht mit we- nigstens einer gemeinsamen Datenbank-Kategorisierung versehen wurde, das muss einander fremd bleiben – und unsichtbar all das, was nicht auf ein Schlagwort ge- bracht wurde. Rätselhaft erscheint auch die Kategorie ›Mehrwert‹, die lediglich das Merkmal ›Objekte in Ausstellungen‹ umfasst, ohne dass für den Nutzer ersichtlich würde, um welche Ausstellungen es hier geht.36 Die individuellen Objektseiten, zu denen man mittels eines Klicks auf die Abbil- dung in der Bestandsdatenbank gelangt, sind im Vergleich zur Textlastigkeit aller anderen Bereiche des LeMO nur mit spärlichen Textbeigaben versehen. Die Be- schreibung beschränkt sich meist auf einige wenige Sätze, eine Datierung (soweit möglich), bei Stücken im Besitz der Trägerinstitutionen die Inventarnummer des Ori- ginals, je nach Objektart mitunter Angaben zu Material und Abmessungen, ferner eine Copyright-Angabe und eine Kontaktadresse für Bildnutzungsrechte, und zuletzt auf Schlagwörter als Hyperlinks. Letztere bilden die einzige Form der Querverstre- bung zwischen individuellen Objektseiten. Die Abbildungen selbst liegen in ver- gleichsweise hoher Auflösung mit der üblichen HD-Kantenlänge von 1080 Pixeln vor und sind nicht vor Downloads durch den Nutzer geschützt.37 Während das J. Paul Getty seine digitalisierte Sammlung ohne weitere Um- schweife in Datenbankmanier präsentiert und der virtuelle Auftritt des Städel kate- goriale Zusammengehörigkeit in visuelle Vernetzung transponiert, schlägt das LeMO also einen ganz anderen Weg ein: Die Datenbank der digitalisierten Objekte ist hier eher Hintergrundressource, während die eigentlichen ›Ausstellungs‹-Gegenstände Erzählungen sind. Insofern steht das LeMO mehr als jedes andere in diesem Kapitel diskutierte Angebot (mit Ausnahme vielleicht des im nächsten Unterkapitel bespro- 36 Vgl. http://www.dhm.de/fileadmin/lemo/suche/search/?q=*&f[]=seitentyp:Objekt vom 22.09.2015. 37 Vgl. http://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/orden-pour-le-merite.html vom 22.09.2015.
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Title
Dinge – Nutzer – Netze
Subtitle
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Author
Dennis Niewerth
Publisher
transcript Verlag
Date
2018
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
428
Keywords
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Category
Medien
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