Page - 344 - in Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Image of the Page - 344 -
Text of the Page - 344 -
344 | Dinge – Nutzer – Netze
Die ›1.0‹-Version der Seite ging im Februar 2009 online und übertraf schnell ihr
von Europäischen Kommission vorgegebenes Ziel, bis 2010 10 Millionen Einzelob-
jekte verfügbar zu halten. Tatsächlich waren im November 2010, zwei Jahre nach
dem holprigen Start, mehr als 14 Millionen Objekte digitalisiert, von denen Textdo-
kumente nur mehr 34 % ausmachten. 64 % entfielen hingegen auf »digitalisierte Fo-
tos, Landkarten, Museumsstücke und andere Bilder«, die letzten zwei Prozentpunkte
auf Video- und Tonmaterial.59 Obwohl sämtliche Mitgliedsnationen der Europäi-
schen Union sich an dem Vorhaben beteiligen, war 2010 noch keine Ausgewogenheit
im Gesamtangebot erreicht: Frankreich stellte als größter Beiträger 18 % des vorhan-
denen Materials, dicht gefolgt von Deutschland mit 17 %. Die Anzahl der teilneh-
menden Kultureinrichtungen war zu diesem Zeitpunkt bereits auf über 1.500 ange-
stiegen.60
Im Oktober 2015 enthält Europeana rund 39 Millionen Einzelobjekte, von denen
ca. 23 Millionen auf Bild-, 15 Millionen auf Textinhalte, jeweils etwa eine halbe
Million auf Audio- und Videomaterial und schließlich fast 17.000 auf 3D-Scans ent-
fallen. Deutschland und die Niederlande haben mittlerweile mit jeweils über 4 Milli-
onen Objekten Frankreich den Rang als Spitzenbeiträger abgelaufen. Das Gros der
Zugriffe auf Europeana kommt erwartungsgemäß aus dem EU-Gebiet selbst, wobei
Deutschland mit ca. 565.000 Aufrufen in den ersten drei Quartalen 2014 den größten
Anteil ausmacht, gefolgt von Spanien mit ca. 344.000, Polen mit 269.000, Frankreich
mit 255.000, Italien mit 246.000 und dem Vereinigten Königreich mit etwa 219.000
Zugriffen. Die USA stellen mit einer weiteren Viertelmillion das größte außereuro-
päische Zugriffskontingent. Technisch basiert Europeana auf einer eigenen Digital
Service Infrastructure, die von der (ihrerseits der Europäischen Kommission unter-
stehenden) Connecting Europe Facility (CEF) betrieben wird.61
Eigener Darstellung zufolge sieht sich Europeana »on a mission to transform the
world with culture«:
We want to build on Europe᾿s rich heritage and make it easier for people to use, whether for
work, for learning or just for fun. In the future, we hope everyone will have the access they
need to the shared heritage that belongs to us all. Europeana provides a platform that allows
you to explore great achievements from the past to achieve great things in the future. We bring
together the organisations that have heritage to share with the people and sectors who want to
view, share and build with that heritage.62
59 Vgl. http://europa.eu/rapid/press-release_IP-10-1524_de.htm?locale=en vom 02.10.2015.
60 Vgl. ebd.
61 Vgl. http://pro.europeana.eu/about-us/factsfigures vom 02.10.2015.
62 Vgl. http://pro.europeana.eu/about-us/who-we-are vom 02.10.2015.
back to the
book Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen"
Dinge – Nutzer – Netze
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Title
- Dinge – Nutzer – Netze
- Subtitle
- Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Author
- Dennis Niewerth
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4232-6
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
- Category
- Medien