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Fallstudien | 349
This requires an additional level of effort, a much deeper level of involvement to bring the
potential of the material to fruition: highly curated special interest channels for foodies, for
fashionistas, for historians. We need co-creation formats, creative labs, business model work-
shops and access to capital for creative entrepreneurs.74
Insofern stellt Europeana gewissermaßen das diametrale Gegenmodell zum VMC
dar: Während dieses eine virtuelle Ausstellungsfläche bietet, welche die teilnehmen-
den Museen selbst mit Inhalt zu befüllen angehalten sind, stellt Europeana Inhalte
zur Verfügung, mit denen Partner kuratieren dürfen. Während das VMC das Expo-
nieren ins Zentrum seines Auftrages stellt, macht Europeana sich das Deponieren zur
Aufgabe: Das Projekt ist weniger virtuelles Museum als offene Meta-Sammlung ‒
und kann als solche funktionieren, weil digitale Ausstellungsstücke eben weder sin-
gulär noch ortsgebunden sind.
Entsprechend präsentiert sich auch die Benutzeroberfläche von europeana.eu: Im
Zentrum der Startseite stehen die Textsuche für die Datenbank, aktuell von Euro-
peana geförderte Projekte (Anfang Oktober 2015 u.a. eine Kooperation mit Pinte-
rest75 und ein Wettbewerb zur Erstellung animierter GIF-Bilder aus historischem
Bildmaterial76), Hinweise auf herausragende Sammlungsobjekte und Partnerinstitu-
tionen (entsprechende Artikel verlinken direkt auf die Datenbank) und eine Leiste,
welche laufend die neuesten digitalisierten Objekte anzeigt.77
Die Datenbank selbst (auf welche die meisten Nutzer mittels des auf der Startseite
angebotenen Textsuchfeldes zugreifen dürften, das auch unterschiedliche Suchkate-
gorien zur Auswahl stellt) ähnelt recht stark jener, die das J. Paul Getty auf seiner
Homepage zur Nutzung anbietet: Zu jedem Objekt werden u.a. eine Kurzbeschrei-
bung, der jeweilige ›Schöpfer‹ (sofern bekannt und auf den Gegenstand anzuwen-
den), eine Zeitperiode, ein Objekttypus, einige thematische Schlagworte und die Be-
sitzerinstitution erhoben. Suchanfragen werden mit einem Kachelraster beantwortet,
das kleinformatige Abbildungen gefundener Exponate mit Titel zur Auswahl stellt.78
Für nicht wenige Objekte bleiben die Abbildungsfelder grau – diese Stücke sind dann
zwar meist digitalisiert, aus Copyright-Gründen aber nicht zur Ansicht und Nutzung
auf der Website freigegeben. Die Trefferanzeige kann jederzeit noch weiter gefiltert
werden, indem man z.B. Suchbegriffe hinzufügt, Suchkategorien eingrenzt – oder
74 Ebd.
75 Siehe zu Pinterest Kap. 7.5.1 dieser Arbeit.
76 Vgl. http://www.europeana.eu/portal/ vom 02.10.2015.
77 Vgl. ebd.
78 Vgl. z.B. für die Anfrage nach Creator: Da Vinci http://www.europeana.eu/portal/
search.html?query=who%3Ada+vinci&rows=24&start=1&qt=false vom 02.10.2015.
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Dinge – Nutzer – Netze
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Title
- Dinge – Nutzer – Netze
- Subtitle
- Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Author
- Dennis Niewerth
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4232-6
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
- Category
- Medien