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Fallstudien | 353
gewissermaßen das virtuelle Museum direkt als in der virtuellen Stadt verortet zu
erleben. Google macht derzeit keine Angaben zur Anzahl der auf diese Art aufge-
nommenen Museumsräume, gibt aber an, dass das Projekt zum Startzeitpunkt 6.000
solcher Panoramen auf 385 Ausstellungsflächen umfasst habe.97
Von der Startseite des Art Project98 ausgehend kann der Nutzer die digitalisierten
Sammlungen und Räumlichkeiten auf verschiedene Arten erkunden. Der überwälti-
gende Großteil der Startseitenfläche wird dabei von Abbildungen »vorgestellter Ob-
jekte« eingenommen. Hierbei handelt es sich um aus Sicht von Googles Kuratoren
herausragende Kunstgegenstände, zwischen denen mit Pfeiltasten an den Bildschirm-
rändern ›geblättert‹ werden kann. Ein Klick auf die Taste ›Objekt ansehen‹ ruft um-
gehend die dem Objekt gewidmete Seite auf. Am oberen Bildschirmrand stehen ne-
ben einem Textsuchfeld (das sowohl auf Namen von Institutionen als auch von
Künstlern und Werken anspricht) die Reiter ›Sammlungen‹, ›Künstler‹, ›Kunst-
werke‹ und ›Nutzergalerien‹ zur Verfügung. Die ersten zwei Kategorien rufen wahl-
weise alphabetisch oder chronologisch (nach der Aufnahme des Gegenstands ins Art
Project) geordnete Listen auf, die am linken Rand Museen bzw. Künstlernamen zei-
gen, neben denen eine Anzahl von Werken in Miniaturansicht dargestellt wird. Wenn
nicht alle zum jeweiligen Eintrag vorhandenen Objekte auf den Bildschirm passen
(und besonders im ›Sammlungs‹-Menü ist dies fast immer der Fall), verweist ein
graues Feld am rechten Bildschirmrand auf weitere, nicht dargestellte Objekte.
Google legt dabei nicht offen, nach welchen Kriterien die Software darüber entschei-
det, welche Objekte angezeigt werden und welche nicht.99 Der Reiter ›Kunstwerke‹
hingegen öffnet ein komplexeres Zugriffssystem, mit dem die Gesamtheit aller digi-
talisierten Objekte (im September 2015 194.308 an der Zahl) in Datenbank-Manier
nach Textschlagworten durchsucht und nach Kategorien gefiltert werden kann. For-
male Zugriffsrubriken sind hier abermals ›Sammlung‹ (im Sinne von ›besitzender
Institution‹), ›erstellt von‹ (gemeint ist hier der Künstler), ›Material‹, ›Medientyp‹
(was sich interessanterweise auf die Beschaffenheit des Digitalisats bezieht, nicht
etwa auf die Natur des Originalobjektes) und ›Datum‹ (im Sinne der Datierung des
Originalgegenstandes). Hinzu kommen drei inhaltliche Größen, die sich auf Darstel-
lungsgegenstände beziehen: ›Ereignis‹, ›Ort‹ und ›Person‹. Diese Rubriken erlauben
es also, ganz im Sinne von Paisleys Segelschiff-Suche nach künstlerischen Darstel-
lungen zu bestimmten Themen zu suchen. Das Such- und Filterfeld nimmt dabei nur
97 Vgl. https://sites.google.com/a/pressatgoogle.com/art-project/press-site-v1/press-release-
v1 vom 11.09.2015.
98 Vgl. https://www.google.com/culturalinstitute/project/art-project?hl=de vom 13.09.2015.
99 Vgl. https://www.google.com/culturalinstitute/collections?projectId=art-project&hl
=de, https://www.google.com/culturalinstitute/artists?projectId=art-project&hl=de vom
12.09.2015.
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Dinge – Nutzer – Netze
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Title
- Dinge – Nutzer – Netze
- Subtitle
- Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Author
- Dennis Niewerth
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4232-6
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
- Category
- Medien