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Fallstudien | 363
eingeräumt ‒ mit der Bitte an die Leser, sich zu melden, sollten sie Angaben ergänzen
können.117
Auf die Modelle folgt der Abschnitt ›Hardware‹, der Fotografien des Innenlebens
klassischer Heimcomputer enthält – sowohl aus Slabihouds eigener Sammlung als
auch aus den Beständen anderer Enthusiasten im In- und Ausland. Neuere Fotos lie-
gen auch hochauflösend vor. Interessant ist, dass hier erstens keinerlei Aufnahmen
kompletter, zusammengebauter Computer zu finden sind, und zweitens, dass die ab-
gebildeten Platinen bis auf eine Modellangabe komplett unbeschrieben bleiben. Der
nicht-sachkundige Besucher erfährt dementsprechend nichts über den funktionalen
Aufbau der gezeigten Elektronik, deren Spektakelwert und Anschlussfähigkeit für
›wilde Semiosen‹ irgendwelcher Art ebenfalls sehr begrenzt erscheint. Dieser ganze
Unterpunkt scheint sich vorrangig an Besucher zu richten, die mit der Materie bereits
vertraut sind.118
Der darauffolgende Abschnitt ›Verpackungen‹ zeigt genau dies: Nämlich die
Kartons, in denen Heimcomputer und Zubehör ihrerzeit in den Geschäften angeboten
wurden. Die Abbildung jeder Verpackung beschränkt sich dabei üblicherweise auf
eine Frontalansicht der bedruckten Vorderseite.119 Ganz ähnlich funktioniert der
nächste Abschnitt zum Thema ›Werbung‹. Gezeigt werden hier Scans von Werbe-
annoncen, die vorwiegend aus sowohl deutsch- als auch fremdsprachigen Computer-
zeitschriften stammen und gegenüber den Hardware-Fotografien die Vorzüge haben,
erstens weitgehend selbsterklärend zu sein, zweitens die Exponate in zusammenge-
bautem Zustand zu präsentieren und drittens einen Einblick in Einbindung und Wahr-
nehmung von Heimcomputern in der Alltagswelt zu ermöglichen, der aus ihrer reinen
Technizität nicht herzustellen ist.120 Der Punkt ›Reviews‹ zeigt Scans von zeitgenös-
sischen Testberichten zu den Exponaten, wobei der Betreiber ausdrücklich darauf
hinweist, dass diese mit Einvernehmen der Autoren und Verlage in die virtuelle Aus-
stellung aufgenommen wurden.121 Unter ›Screenshots‹ werden naheliegenderweise
Screenshots von Software gezeigt – nicht nur von den Interfaces der Geräte, sondern
auch von Anwendungen und Spielen, die unter den entsprechenden Betriebssystemen
ausgeführt werden können.122 Unter ›Scans‹ schließlich können Scans von Schaltplä-
nen und Handbüchern heruntergeladen werden, wobei auch hier wieder der Hinweis
117 Vgl. http://8bit-museum.de/heimcomputer/apple/apple-modelle/ vom 12.11.2015.
118 Vgl z.B. http://8bit-museum.de/heimcomputer/apple/apple-hardware/# vom12.11.2015.
119 Vgl. z.B. http://8bit-museum.de/heimcomputer/apple/apple-verpackungen/# vom
12.11.2015.
120 Vgl. z.B. http://8bit-museum.de/heimcomputer/apple/apple-werbung/# vom 12.11.2015.
121 Vgl. z.B. http://8bit-museum.de/heimcomputer/apple/apple-reviews/ vom 12.11.2015.
122 Vgl. z.B. http://8bit-museum.de/heimcomputer/apple/apple-screenshots/ vom
12.11.2015.
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Dinge – Nutzer – Netze
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Title
- Dinge – Nutzer – Netze
- Subtitle
- Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Author
- Dennis Niewerth
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4232-6
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
- Category
- Medien