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108 RechtevoneffektivenKonsulatsbeamten
4.9 Wagenpauschale
GK Radossavlevic stellte fest, dass er in Belgrad zwischen 1850 1858 fünf Wägen
durch das dortige schlechte P aster ruiniert hatte und er vier Paar Pferde ersetzen
musste. Solche Auslagen musste der Funktionär selbst bezahlen.263 Die daraufhin
eingeführte Wagenpauschale fand GK Schreiner in Alexandrien 1866 zu niedrig.
Zehn Jahre früher konnte man sich in Alexandrien bei Dienstgängen noch eines
Esels bedienen, weil er allgemein verwendet wurde. Jetzt benützten ihn nur mehr
die niedrigste Bevölkerungsklasse, Kawassen und Amtsdiener. Ein kaiserlicher Be-
amter muss mit einem Wagen vorfahren. Da die örtlichen Preise für Wagenmiete
zwischen 4 . ö. W. in Silber und 80 . schwanken konnten, importierte der GK
aus Wien Wagen und Pferde und kam dadurch trotz Auslagen für Kutscher und
Stallknecht billiger weg. Eine Teuerungszulage wurde nach Agstner erstmals 1864
inNewYorkgewährt.264
4.10 AnsätzezutransparenterPersonalpolitik
Die 1849 neu geschaffenen Elevenstellen mussten von Anfang an öffentlich be-
kannt gemacht werden. Im Jahre 1870 wurde im September in der
Wiener Zei-
tung erstmalseineÜbersichtdesaktuellenStandesderösterreichisch-ungarischen
Konsulate veröffentlicht; das ungarische Amtsblatt wiederholte diese Aufstellung
am 6. Oktober 1870. Auf Wunsch des Außenministeriums sollte diese Übersicht
jährlich einmal erscheinen. 1870 forderte das Ministerium davon 200 Exemplare,
1873bereits250ExemplarefürdenAmtsgebrauchan.265
Im Jahrbuch des k.u.k. auswärtigen Dienstes, das von der k.k. Hof- und
Staatsdruckerei in Wien seit 1897 bis Ende des 1. Weltkrieges in zwei Versionen
(Deutsch und Ungarisch bis 1917) erschien, konnte jeder Beamte ersehen, wer
wo im Außendienst stationiert war, und jede Beamtenlaufbahn konnte einiger-
maßen nachvollzogen werden. Bei Vergleichen mit den aktenkundigen Lebens-
läufen gibt es gelegentlich Differenzen. Das Jahrbuch konnte im Buchhandel für
10 Kronen erworben werden. Der anfängliche Schwung, den aktuellen Stand auf
dem Laufenden zu halten, ließ im 20. Jahrhundert nach. Neu war, dass die staatli-
chen Einkommensverhältnisse mit Grundgehalt und Zulagen an den Dienstorten
öffentlich bekannt gemacht wurden. Wegen übergangener Beförderung und Vor-
ziehungjüngererKollegengabesgelegentlichBeschwerden.
Sehr oft waren Beförderungen mit Versetzungen verbunden. Gegen Ende des
19. Jahrhunderts wurde meist beim vorgesehenen Kandidaten in Form eines Pri-
263 Pe.Radossavlevic.
264 Agstner1993,S.122f,156.
265 ARF8/357.
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Title
- Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
- Subtitle
- Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Author
- Engelbert Deusch
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- Size
- 17.4 x 24.4 cm
- Pages
- 736
- Keywords
- Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
- Categories
- Geschichte Vor 1918