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Uniformierung 135
rie gestattet. Bei solchen Zugeständnissen wurde gleichzeitig betont, dass damit
keineVeränderungderdienstrechtlichenStellungverbundensei.343
Im Juli 1913 wurde eine eigene Tropenuniform für Konsulatsbeamte einge-
führt. Tropenhelm und Kappe ähnelten dem österreichisch-ungarischen Marine-
vorbild. Die Jacke war aus weißem Piquéstoff und im Schnitt der französischen
nachempfunden: Stehkragen und zwei Seitentaschen mit Patten. Die Jacke wurde
mit fünf glanzvergoldeten Knöpfen geschlossen. Die Knöpfe zeigten den Doppel-
adler, seit 1916 das kleine gemeinsame Wappen. Die schwarzen Ärmelaufschläge
mit Goldstickerei und die darüber angebrachten ein bis drei Sterne am Unterarm
entsprachen der 1901 eingeführten grünen Uniform. Die pompösen Schulterrau-
pen waren eine Neueinführung nach reichsdeutschem Vorbild. Knöpfe und alle
Abzeichen waren abnehmbar, um die Reinigung und P ege zu erleichtern. Ein
Schlitz an der linken Seite der Jacke ermöglichte es, das Degenkoppel (den Gür-
tel, an dem der Degen hing) unter der Jacke, den Degen selbst aber außen zu
tragen. Der dazugehörige Gürtel wurde unter der Jacke en bandoulière über die
rechte Schulter getragen. Der Degen war der vorgeschriebene Staatsdegen der
Beamten. Die Hose war weiß ohne jede Verzierung. Dazu wurden weiße Raule-
derschuhe, aber schwarze Strümpfe getragen. Die Pelerine der Konsularbeamten
war aus weißem Tuch. Der Umlegekragen war weiß mit schwarzen Paroli (= fünf-
eckigenkleinenKragenspiegeln)mitkleinenvergoldetenKnöpfen.
Als Abendanzug war eine weiße Messjacke aus weißem Piqué vorgesehen. Sie
wurde vorne mit einem großen vergoldeten Knopf geschlossen. Die dazugehörige
Weste, ebenfalls aus weißem Piqué, wurde mit vier kleinen Goldknöpfen geschlos-
sen. Dazu wurden ein weißes Hemd mit steifem Kragen und eine schwarze Kra-
watte (als Masche gebunden) getragen. Zur Messjacke gehörten die dunkelgrüne
Hose mit Goldborte und schwarze Schuhe.344 Die Uniform hatte jeder selbst zu
bezahlen.
Die hier dargestellten Abbildungen zeigen die Uniformen bis 1918 und sind
mit Ausnahme der Sommeruniformen dem Werk von Malfatti entnommen; aus
demselben stammt auch die seit 1. August 1869 gültige Konsular agge (Tafel I).
Die Uniform eines Vizekonsuls, eines Konsuls oder Generalkonsuls II. Klasse un-
terschiedsichdurchdieDistinktionssterneunddieHosenborten.
343 ARF8/UniformActenvomJahre1870 1879.
344 Schmidl,S.305 307.
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Title
- Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
- Subtitle
- Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Author
- Engelbert Deusch
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- Size
- 17.4 x 24.4 cm
- Pages
- 736
- Keywords
- Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
- Categories
- Geschichte Vor 1918