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kam es am 18. Okt. 1869 zu einem ähnlichen Abschluss; wegen der großen Dis-
tanzen wünschte Calice, der die Konsularfunktionen provisorisch innehatte, seit
Okt. 1869 mehrmals, aber vergeblich die Trennung der Vertretungen von China
und Japan; feierliche Eröffnung des k.u.k. Generalkonsulates in Shanghai, 6. Dez.
1869]495; GK I. Klasse und Ministerresident bei den Höfen von China, Japan
und Siam, AE v. 23. April 1871; Calice erreichte eine umfangreiche Beteiligung
Japans, Chinas und Siams an der Wiener Weltausstellung 1873. Für den Trans-
port der Exponate stellte die österreichische Regierung sogar Linienschiffe der
k.u.k. Kriegsmarine zur Verfügung. Für diesen Einsatz wurde Calice Ritter des
Ordens der Eisernen Krone III. Klasse, 7. Febr. 1873, und in den erblichen öster-
reichischenFreiherrnstanderhoben,April1873.GKunddiplomatischerAgentin
Bukarest,AEv.21.März1874;Heiratam10.Sept.1874mitMariaLouisaCastel-
lain de Vendeville (*21. Juli 1843); zweiter Bevollmächtigter bei der Konferenz in
Konstantinopel bei gleichzeitiger Ernennung zum außerordentlichen Gesandten
und bevollmächtigten Minister, 26. Nov. 1876; zweiter Sektionschef im Außen-
ministerium (politische Sektion), AE v. 15. März 1877; unterstützte erfolgreich
Sektionschef Schwegel bei der Aufwertung der handelspolitischen Sektion im Au-
ßenministerium; Geheimer Rat, 27. Dez. 1878; erster Sektionschef im Außenmi-
nisterium, 30. Sept. 1879; Botschafter in außerordentlicher Mission beim Sultan,
15. Juli 1880; als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter in Kon-
stantinopelbeglaubigt,31.Dez.1880;GroßkreuzdesLeopold-Ordens,13. Jänner
1884;GroßkreuzdesSt.-Stephans-Ordens,31.Dez.1895;mitEndeSept.1906in
den bleibenden Ruhestand versetzt unter gleichzeitiger Enthebung vom Posten in
KonstantinopelundVerleihungdeserblichenGrafenstandes,AEv.22.Sept.1906.
ImAug.1906fassteCaliceseineTätigkeit inKonstantinopelzusammen:496
1. Nach der Okkupation von Bosnien und Herzegowina war es mit der alten Ver-
trauensstellung des k.u.k. Vertreters in Konstantinopel vorüber, und es kostete
große Mühe und Zeit dies zu überwinden. Dagegen war das Prestige Deutsch-
lands sehr gestiegen, und die auf politischen Ein uss und ökonomischen Ge-
winn gerichteten Bemühungen des Fürsten Bismarck hatten einen solchen Er-
folg, dass der Sultan auch die österreichisch-ungarischen Affären am liebsten
über Berlin verhandelt hätte wogegen Calice auf das Entschiedenste mit Er-
folgStellungnahm.
2.
Eine Quelle großer Schwierigkeiten in der ersten Zeit meiner hiesigen Mission
entstand ferner durch die plötzliche Velleität des Sultans sich durch Autoritäts-
Akte und mit Hilfe eines aus Deutschland entlehnten Beamten-Personals der
Kapitulations-Rechte der Fremden zu entledigen. Hieraus ergab sich ein mehr-
495 Lehner,S.149 153,160,169.
496 Handgeschriebener Privatbrief Calices an Außenminister Go uchowski. Konstantinopel,
26.Aug.1906.Pe.Calice.
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Title
- Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
- Subtitle
- Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Author
- Engelbert Deusch
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- Size
- 17.4 x 24.4 cm
- Pages
- 736
- Keywords
- Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
- Categories
- Geschichte Vor 1918