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466 DieKonsuln
Becke bemerkte Morack, dass derselbe unter zwei Ministerien früher gedient, auf
das Entgegenkommendste stets behandelt wurde, während dem sich das Ministe-
rium des Äußern sich ein eigenes Vergnügen daraus gemacht haben mochte, ihn
bei jederGelegenheitgeringfügigundübergehendzubehandeln.
Im Bericht nach Wien hob Becke die einwandfreie Arbeit bis zu dem erreg-
ten Telegramm nach Wien hervor. Moracks Erregung führte er auf Infektion mit
derdamalsinTulceagrassierendenCholeraundDonau eberzurück.Diesofortige
Abreisevon Galat,i verzögerteBeckemit Berufungauf MoracksHaftp icht wegen
Tulcea;derAmtschefverweigertezunächstdieHerausgabedesPasses,biseineend-
gültigeEntscheidungausdemMinisteriumeintraf.Am30.Sept.1862informierte
das Außenministerium das Handelsministerium über die Entlassung bei gleichzei-
tigerVorlagederbezüglichenamtlichenBerichte.
Hinterher bedauerte Morack sein Verhalten. Bereits am 9. Okt. 1862 suchte
er durch ein Majestätsgesuch um Wiederaufnahme an. Das Außenministerium
wiesschlechteBehandlungMorackszurück,dieabgelehnteAushilfehingemitsei-
nen zwei Gehaltsvorschüssen zusammen; bei Moracks Ausscheiden 1862 waren
noch ungefähr zwei Drittel der Vorschüsse ausständig. Eine Beschwerde wegen
Übergehung hätte er einreichen können, aber kein Ultimatum stellen. Die drei
Monate stimmten, aber sein säumiges Einrücken in Galat,i und seine drei Monate
Urlaub, um seinen alten Vater in Triest zu besuchen, hätten eine entsprechende
Beobachtungszeit verhindert. Aufgrund seiner Eigendünkel, Selbstüberschätzung
und Leidenschaftlichkeit sei Morack für den Konsulatsberuf wenig geeignet. Er
wurde daher abgelehnt. Nach dem Personalakt ist ersichtlich, dass Morack nach
dem Einsatz in Tulcea für eine Beförderung vorgesehen war! Nach einem weite-
ren Majestätsgesuch wurde im Dezember 1862 die Ernennung Dr. Moracks zum
überzähligenNotar inTriestebenfallsabgelehnt.
MóriczvonTécsö,Peter902
V:Ludwigv.Móricz,GerichtspräsidentzuSzatmár;
*13.Okt.1862,Esztár,Ungarn;Rel.: ev.H.B.; 6.Dezember1936,Budapest;
Zögling der Orientalischen Akademie, 1880 1885; Konsularelevenprüfung,
16. Sept. 1885; Konsulareleve, 29. April 1886; dem königlich ungarischen Be-
zirksgericht in Szathmár-Németi (Satu Mare) zur Rechtspraxis zugeteilt, Okt.
1886; für die Rechtspraxis bei einem k.k. städtisch-delegierten Bezirksgericht in
Wien bestimmt, 12. Febr. 1887; der Handels- und Gewerbekammer in Triest zur
Dienstleistung beigegeben, 14. Nov. 1887; auch dem dortigen Hafen- und See-
sanitätskapitanat beigegeben, 17. Dez. 1887; zum Konsulat in Konstantinopel
902 AR F 4/225; NAR F 4/274 Qual.; AdK 116, S.5. Jb. 1917, S.361. Daten ab 1921 nach Ra-
thkolb,S.499.
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Title
- Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
- Subtitle
- Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Author
- Engelbert Deusch
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- Size
- 17.4 x 24.4 cm
- Pages
- 736
- Keywords
- Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
- Categories
- Geschichte Vor 1918