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5. Okt. 1893; GK II. Klasse, 25. Okt. 1895; mit der zweimonatigen interimis-
tischen Gerenz des Generalkonsulates in Berlin betraut, vom 27. Juli 27. Sept.
1896. 1898 wurden Stephani bei der Einhebung von Porti Unregelmäßigkeiten
vorgeworfen und er deshalb versetzt, obwohl die Einführung bereits ein Jahrzehnt
vorher von seinem Vorgänger eingeführt wurde und er diese Einnahmen korrekt
verbuchen ließ und sogar nach Wien meldete. Aus Hamburg im Okt. 1898 abbe-
rufen, konnte er sich in Wien verteidigen. Zur Leitung des Generalkonsulates in
Liverpool berufen, AE v. 23. März 1899; Erlass v. 11. Aug. 1899; war vom April
bis Aug. 1899 in Wien und Salzkammergut auf Krankenurlaub; in dieser Zeit be-
mühteersichvergeblichumeineVersetzungindasMinisterium;derbehandelnde
ArztrietvonderAnnahmedesPostensab, imMinisteriumversprachman, ihnbei
GelegenheitaufeinenanderenDienstpostenzuversetzen.Am25.Sept.1899inLi-
verpool angekommen. Das Amtsübergabeprotokoll konnte erst am 11. Okt. 1899
unterzeichnetwerden,weilKonsulBehrendvorherkrankwar. Kurznachmeinem
Eintreffen in Liverpool begannen die intensiven, monatelang andauernden Nebel
unddieheftigenStürme,währendwelcherdieganzeStadtvondemKohlenrauche
des Hafens erfüllt ist. Meine Atembeschwerden, welche ich nur für die Folgen ei-
nesHalsleidenshielt,wurdenimmerbeängstigenderundderzuRategezogeneArzt
constatirteeinziemlichvorgeschrittenesHerzleidenundLähmungserscheinungen
als Folgen desselben. Tatsache ist, dass ich während des ganzen Winters kaum aus
dem Hause gekommen bin, dass ich wochenlang das Bett hüten musste, dass ich
aber auch trotz meines physischen Leidens selbst im Bett Parteien emp ng und
oft 12 und 14 Stunden per Tag gearbeitet habe. Das beweisen die grösseren Arbei-
ten, welche ich in dieser Periode vorgelegt habe. Schliesslich brach ich vollständig
zusammen. So fand ihn GK v. Stockinger, der seine Beurlaubung befürwortete
und erwirkte. Da die Behandlung in Nauheim gute Erfolge zeitigte und eine Aus-
sicht auf vollständige Diensttauglichkeit für möglich gehalten wurde, wurde der
Urlaub im Nov. 1900 verlängert, ab Oktober 1901 gegen Karenz der Gebühren;
mit AE v. 8. Febr. 1903 in den bleibenden Ruhestand versetzt bei gleichzeitiger
taxfreierVerleihungdesTitelseinesHofrates. InPensionwendeteersichderWai-
senp egezuundhattebaldmehrals20P eglinge,diesichausdenhinterbliebenen
KindernseinerFreunderekrutierten;erhielt1911dieungarischeBaronie:Freiherr
von St. Istvany. Korrespondierendes Mitglied der Handels- und Gewerbekammer
inBudapest.
Veröffentlichungen: Das Betriebs-Reglement für die österr.-ung. Eisenbahnen und die
Tarif-Enquête vom Jahr 1883. Brünn 1883; Offene Fragen für die österreichische Woll-
Industrie. Vortrag gehalten in der constituirenden General-Versammlung des Central-
Vereines der schlesischen Woll-Industriellen am 7. October im Saale der Handels- und
Gewerbekammer in Troppau. Troppau 1883 (= Sonderdruck aus dem Mährisch-schlesi-
schen Correspondenten); Über die wirtschaftliche Lage der Woll-Industrie in England.
Troppau 1882; Mitwirkung bei der Gründung des Fachblattes Der Konsul ; Die com-
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Title
- Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
- Subtitle
- Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
- Author
- Engelbert Deusch
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- Size
- 17.4 x 24.4 cm
- Pages
- 736
- Keywords
- Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
- Categories
- Geschichte Vor 1918